Ein Schild weist am Flughafen BER zum Corona-Testzentrum. | dpa

Sorge vor Omikron Gesundheitsminister für schärfere Einreiseregeln

Stand: 18.12.2021 23:08 Uhr

In einigen Staaten gelten aus Sorge vor der Omikron-Variante bereits neue Bestimmungen. Nun fordern die Gesundheitsminister der Länder, die Einreise nach Deutschland strenger zu regeln - insbesondere für Virusvariantengebiete.

Die Gesundheitsminister der Länder haben den Bund aufgefordert, schärfere Regeln für die Einreise nach Deutschland zu erlassen, um die Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus zu bremsen. Konkret geht es um Maßnahmen bei der Einreise aus Virusvariantengebieten. Zuständig für eine solche Entscheidung ist die Bundesregierung.

Laut dem Beschluss der Minister in einer Schaltkonferenz sollen Reisende ab sechs Jahren, die sich in den zurückliegenden zehn Tagen vor der Einreise nach Deutschland in einem zum Zeitpunkt der Einreise als Virusvariantengebiet eingestuften Gebiet aufgehalten haben, schon vor der Abreise einen negativen PCR-Testnachweis vorlegen. Ein Antigen-Schnelltest solle hierfür nicht mehr zulässig sein. Die PCR-Testung dürfe bei Abflug im Ausland nicht länger als 48 Stunden zurückliegen. Diese Regelung solle auch für Personen gelten, die in der Bundesrepublik in einem Flughafen lediglich umsteigen, heißt es weiter.

Bei Flügen von mehr als fünf Stunden Dauer sei entsprechend der Empfehlungen des Robert Koch-Instituts von einem erhöhten Infektionsrisiko auszugehen, so dass bei Testungen bei der Einreise aus Virusvariantengebieten unterschiedliche Regelungen für Kurz- und Langstreckenflüge getroffen werden könnten.

Großbritannien Virusvariantengebiet

Die Landesministerinnen und -minister baten den Bund zudem, sich kurzfristig für eine Einstufung von Großbritannien als Virusvariantengebiet einzusetzen, was am Abend geschah. "Ich blicke mit großer Sorge auf die Entwicklungen in Großbritannien. Die Omikron-Virusvariante breitet sich dort rasch aus. "Wir müssen daher konsequent und schnell handeln", erklärte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach begrüßte die Entscheidung seiner Länderkollegen und sagte der Deutschen Presse Agentur: "Die Einreise sicherer zu machen, hilft, damit sich die Omikron-Variante nicht so schnell ausbreitet. Verhindern können wir die Verbreitung nicht, nur verzögern. Je länger es dauert, bis Omikron auch Deutschland im Griff hat, umso besser."

Auch Holetschek betonte, dass eine Verbreitung der Omikron-Variante so lange wie möglich hinausgezögert werden müsse. "Auf den Intensivstationen liegen immer noch sehr viele Patienten, die sich mit der Delta-Variante angesteckt haben", sagte der CSU-Politiker. Daher müssen wir das Einschleppen der Variante Omikron aus den von der Bundesregierung als Virusvariantengebiet eingestuften Ländern bestmöglich verhindern."

Bisher gelten keine europäischen Länder als Virusvariantengebiete, laut Liste des Robert Koch-Instituts sind dies derzeit Länder wie Südafrika, Namibia und Simbabwe. Im südlichen Afrika war Omikron entdeckt worden.

Die von Omikron bereits besonders betroffenen Länder Großbritannien und Dänemark hatten in den vergangenen Tagen Rekordzahlen an Neuinfektionen verzeichnet. Von Sonntag an gelten Frankreich und Dänemark wegen hoher Corona-Infektionszahlen als Hochrisikogebiete. Das gilt auch für Norwegen, Libanon und Andorra, wie das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt gab.

Hochrisikogebiet - alle Nachbarn bis auf einen

Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien. Damit sind künftig bis auf Luxemburg alle Nachbarländer Deutschlands als Hochrisikogebiete eingestuft.

Strengere Regeln gibt es bei der Einstufung eines Landes als Virusvariantengebiet. Fluggesellschaften dürfen dann im Wesentlichen nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen von dort nach Deutschland befördern. Es handelt sich aber nicht um ein Flugverbot. Für Einreisende gilt eine zweiwöchige Quarantänepflicht - auch für Geimpfte und Genesene. Sie kann auch nicht durch negative Tests verkürzt werden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 18. Dezember 2021 um 17:05 Uhr.