Junge Menschen entspannen sich am Abend auf dem Gerüst der Hackerbrücke in München mit Getränken in der Abendsonne. | dpa

RKI-Bericht Inzidenz unter Jugendlichen bei fast 60

Stand: 13.08.2021 07:15 Uhr

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt in Deutschland wieder kontinuierlich an - besonders stark in der Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Hier lag der Wert nach RKI-Angaben in der vergangenen Woche bei knapp 60.

Die Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt erneut und liegt nun nach Daten des Robert Koch-Instituts bei 30,1. Die Gesundheitsämter übermittelten binnen 24 Stunden 5578 Neuinfektionen und 19 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Vor einer Woche lag die Zahl der Neuinfektionen bei 3448.

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit Wochen kontinuierlich an - besonders zu beobachten sei dies laut dem RKI-Wochenbericht in den Altersgruppen der 10- bis 34-Jährigen. Die höchsten Sieben-Tage-Inzidenzen von knapp 60 wiesen vergangene Woche die Gruppen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 24 Jahren auf. Auch bei den größtenteils ungeimpften Kindern zeigen sich rasche Anstiege innerhalb weniger Wochen, wohingegen die Entwicklung in den besser durchgeimpften höheren Altersgruppen weiter recht entspannt erscheint. So sind etwa die Inzidenzen bei den Senioren über 60 weiterhin einstellig.

Fast nur noch Delta-Variante

Wie aus den RKI-Daten hervorgeht, sinkt auch das Alter der hospitalisierten Covid-19-Patientinnen und -Patienten: Während der Altersmedian zum Jahresbeginn noch bei 77 Jahren lag, betrug der Wert vergangene Woche 48. Gründe für die Entwicklung nennt das RKI zwar nicht. Aber es ist ein Zusammenhang mit dem frühen Beginn von Impfungen bei älteren und gefährdeten Menschen zu vermuten.

Laut dem Bericht ist bundesweit mittlerweile fast nur noch die Delta-Variante des Virus im Spiel - die zuerst in Indien entdeckte, deutlich ansteckendere Mutante. Sie sei in einer für Deutschland repräsentativen Stichprobe in knapp 98 Prozent der positiven Proben gefunden worden, hieß es.

Noch nicht geklärt ist die Frage nach der Rolle der Reiserückkehrer im Infektionsgeschehen - die Daten seien unvollständig, die Gesundheitsämter könnten nicht mehr alle Infektionsketten nachvollziehen. Bekannt sind dem Report zufolge gut 7000 Fälle zwischen Mitte Juli und 8. August mit möglicher Ansteckung im Ausland und rund 26.000 im gleichen Zeitraum in Deutschland (bei knapp 24.000 Fällen ohne derartige Angaben). Am häufigsten wurden laut RKI-Liste vorherige Aufenthalte in Spanien, der Türkei und dem Kosovo erfasst.

RKI für Labortests auch bei leichten Symptomen

Auffällig sei, dass die Zahl der erfassten Labortests auf das Coronavirus in Deutschland rückläufig sei, während gleichzeitig der Anteil der positiven Befunde steigt. Um eine stärkere Virusausbreitung einzudämmen, sei ein solcher PCR-Test auch bei Kindern und Geimpften mit leichten Symptomen wichtig, so das RKI.

In Arztpraxen sei die Testzahl in den vergangenen Wochen stark gesunken. Laut dem neuen Covid-19-Wochenbericht des Instituts wurde für vergangene Woche ein Tiefststand für dieses Jahr verzeichnet, mit 588.404 PCR-Tests, übermittelt von 200 Laboren. Seit dem Frühjahr liegen die Werte pro Woche unter einer Million. Vergangene Woche fielen knapp vier von 100 Tests positiv aus, so viele wie seit längerer Zeit nicht.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. August 2021 um 17:00 Uhr.