Ein Vater steht mit seiner Tochter im Impfzentrum in Dessau-Roßlau. | dpa

Verlässlichere Daten RKI plant weitere Impf-Umfragen

Stand: 12.08.2021 14:59 Uhr

Ist es Impfmüdigkeit oder sind doch schon mehr Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft, als offiziell erfasst wurden? Um verlässlichere Daten zu haben, plant das RKI weitere Umfragen. Intensivmediziner hatten dies gefordert.

Um den Fortgang der Impfkampagne in Deutschland besser künftig beurteilen zu können, plant das Robert Koch-Institut RKI weitere Umfragen. Unter anderem sollen im frühen Herbst etwa 3000 Menschen zu Impfbereitschaft und Akzeptanz befragt werden, teilte das Institut mit.

Des Weiteren sei derzeit eine ergänzende mehrsprachige Befragung in Vorbereitung, die die häufigsten Fremdsprachen abdecken soll. Damit sollen auch Bürgerinnen und Bürger erreicht werden, die an einer deutschsprachigen Befragung aufgrund ihrer Sprachkenntnisse nicht teilnehmen können.

Umfrage-Ergebnisse versus Meldesystem

Die Ergebnisse der vorerst letzten vergleichbaren Umfrage mit rund 1000 Teilnehmern, deren Resultate am Dienstag vorgestellt wurden, hatten darauf hingewiesen, dass womöglich schon mehr Menschen eine erste Impfung erhalten haben als im offiziellen Meldesystem, dem Digitalen Impfquotenmonitoring (DIM), verzeichnet sind.

Intensivmediziner hatten deshalb eine unabhängige, repräsentative Bevölkerungsumfrage zum Stand des Impfens in Deutschland gefordert: "Das Impfen ist der entscheidende Erfolgsfaktor der Pandemie", sagte Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Verlässliche Zahlen sind die Basis für die Akzeptanz der Corona-Maßnahmen", so Marx weiter.

Das DIM speist sich aus Meldungen von Impfzentren, Krankenhäusern, mobilen Impfteams und mittlerweile auch Betriebsmedizinern. Laut RKI fließen zudem Daten der niedergelassenen Ärzte und Privatärzte ein. Zusammen sind sie Grundlage für das sogenannte Impfdashboard, in dem werktäglich aktualisiert die Impfquoten abrufbar sind. Daneben gibt es noch eine weitere RKI-Erhebung namens Covimo, für die Impfquoten anhand von Befragungen hochgerechnet werden.

In der jüngsten Covimo-Erhebung fiel die Quote der mindestens einmal Geimpften höher aus, besonders in der Altersgruppe der 18- bis 59-Jährigen: Während in der Befragung 79 Prozent angaben, geimpft zu sein, waren es laut Meldesystem 59 Prozent.

Als Erklärung führten die Experten mehrere mögliche Gründe an. Unter anderem wird ein Teil der Impfungen mit Johnson & Johnson, bei denen nur eine Dosis für den vollen Schutz vorgesehen ist, nur als Zweitimpfung erfasst. Außerdem meldeten bisher nur etwa die Hälfte der beim Meldesystem registrierten Betriebsärzte Impfungen über die Webanwendung.

5638 Neuinfektionen, Inzidenz bei 27,6

Trotz der Impfkampagne steigen die Infektionszahlen in Deutschland wieder an. Laut RKI-Angaben vom Morgen lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 27,6 - am Vortag hatte der Wert 25,1 betragen, vor einer Woche lag er bei 19,4. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 5638 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 3539 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 17 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 26 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.805.063 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.673.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.834.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. August 2021 um 15:00 Uhr in den Nachrichten.