Ein Schild mit der Aufschrift "Impfen" steht im Impfzentrum Kaiserslautern.

Deutsche Impfkampagne Ab Juni sollen auch Betriebsärzte impfen

Stand: 19.04.2021 20:02 Uhr

Mit der Beteiligung der Hausarztpraxen hat die deutsche Impfkampagne Fahrt aufgenommen. Nun sollen im Juni auch die Betriebsärzte impfen dürfen. Der Grund: Im zweiten Quartal steht deutlich mehr Impfstoff zur Verfügung.

Neben Zehntausenden Hausarztpraxen sollen ab Juni auch Betriebsärzte in die Corona-Impfungen eingebunden werden. Die Impfkampagne gewinne im zweiten Quartal deutlich an Geschwindigkeit, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit Blick auf Lieferzusagen der Hersteller BioNTech und Moderna. Dazu kämen Dosen von AstraZeneca und Johnson & Johnson.

Arztpraxen und Länder erhielten so mehr Planungssicherheit für Mai und Juni. "Und das ermöglicht uns, bereits im Juni auch die Betriebsärzte in die Impfkampagne zu integrieren."

55.000 Praxen an Impfungen beteiligt

Neben den regionalen Impfzentren der Länder impfen seit kurz nach Ostern auch Hausärzte mit und haben zu einem deutlichen Anstieg der Impfungen beigetragen. In dieser Woche beteiligen sich nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung 55.000 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte an Impfungen - rund 20.000 mehr als beim Start.

Die Praxen sollen im Mai wöchentlich jeweils 1,58 Millionen BioNTech-Dosen bekommen. Das geht aus einer neuen Übersicht des Ministeriums hervor. Im Juni können die Praxen und Betriebsärzte jeweils mit mehr als 3,3 Millionen Dosen pro Woche rechnen. In der letzten April-Woche sollen die Praxen knapp 2,1 Millionen Dosen von BioNTech erhalten. Daneben sind für die Impfzentren 1,9 Millionen Dosen von BioNTech, AstraZeneca und Moderna vorgesehen.

Wie das Gesundheitsministerium erläuterte, kommt es für eine Woche zu Änderungen bei der Art des Impfstoffes für die Praxen: Es sei dann nicht genug vom AstraZeneca-Präparat vorhanden, was aber durch extra Lieferungen von BioNTech überkompensiert werde. Daher würden in jener Woche Arztpraxen ausschließlich mit BioNTech beliefert.

Insgesamt will BioNTech laut Ministerium im zweiten Quartal 50,3 Millionen Dosen liefern und damit zehn Millionen mehr als zunächst angekündigt. Von Moderna werden demnach 6,4 Millionen Dosen erwartet.

Kommende Woche weiterer Impfgipfel

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind inzwischen ist fast ein Fünftel (19,8 Prozent) der Bevölkerung mindestens ein Mal geimpft. Demnach wurden etwa 16,4 Millionen Menschen ein Mal geimpft, weitere 5,5 Millionen haben bereits zwei Impfungen.

Rheinland-Pfalz, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig Holstein, das Saarland und Bremen haben bereits die 20-Prozent-Marke bei Erstimpfungen erreicht. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sprach sich für eine baldige Aufhebung der Impf-Prioritäten aus. "Ich wäre sehr dafür, wenn wir das jetzt möglichst schnell beenden würden", so der CDU-Politiker. Dann gäbe es bei den Impfungen neuen Schwung. Man müsse niedergelassenen Ärzten und Betriebsärzten mehr Verantwortung übergeben. Je eher das passiere, desto schneller komme man zu höheren Impfzahlen.

Über den Stand der Corona-Impfungen will Kanzlerin Angela Merkel in der kommenden Woche erneut mit den Länderchefs beraten. Auch im Februar und März hatten sich Merkel und die Ministerpräsidenten bereits zum Thema Impfen zusammengeschaltet.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 19. April 2021 um 19:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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vriegel 19.04.2021 • 23:52 Uhr

@ 23:27_Anna-Elisabeth-

„ 20 - 50 Millionen Tote wären kein Problem für Sie? Übrigens: In den USA hatten sich die Staaten, die sich frühzeitig für strenge Lockdowns entschieden hatten, nach der Pandemie wirtschaftlich schneller erholt, als die Staaten, die lange gezögert haben.“ Wir haben doch die Impfung. Schon vergessen. Und Corona ist bei weitem wohl nicht so schlimm. Und wegen USA. Schauen Sie auf Florida und vergleichen sie mit Kalifornien. Ihre These stimmt leider nicht. Ist hier ja auch so. Schweden ohne lockdown steht viel besser da als Deutschland. Wir haben deutlich höhere Kollateralschäden.