Urlauber am Strand auf Fuerteventura | Carlos de Saa/EPA-EFE/Shuttersto

Reisen in Europa Urlaub im Ausland - was ist möglich?

Stand: 10.05.2021 18:10 Uhr

Noch gelten für die meisten europäischen Regionen Reisewarnungen. Doch bis zum Sommer könnte sich das ändern. Was ist geplant und welche Ausnahmen gelten für Geimpfte bei Auslandsreisen? Ein Überblick.

Von Sandra Stalinski, tagesschau.de

Die Chancen stehen gut, dass Sommerurlaub in Deutschland möglich sein wird. Schon jetzt gibt es erste vorsichtige Öffnungsschritte in einigen Bundesländern. Und auch für Auslandsreisen im Sommer besteht Hoffnung. Sowohl die Kanzlerin als auch Gesundheitsminister Jens Spahn haben sich zuversichtlich geäußert.

Sandra Stalinski tagesschau.de

Weil die Corona-Zahlen in Deutschland und auch in Europa tendenziell sinken, geht Spahn davon aus, dass "innerhalb der EU das Reisen voraussichtlich nicht von der Impfung abhängig" sein wird. "Auch mit den Testungen wird man sich europaweit gut bewegen können", sagte er der "Rheinischen Post".

Schon jetzt sind für einige Reiseländer Lockerungen angekündigt. Allerdings sind aktuell mit einer Reise ins Ausland meist noch große Hürden wie Testpflichten und Quarantäneregeln verbunden.

Italien

Grundsätzlich ist Urlaub in Italien möglich. Momentan fordert das Land aber bei der Einreise noch eine Quarantäne von fünf Tagen und zusätzlich gilt eine mehrfache Testpflicht - mit PCR-Test oder einem Antigen-Schnelltest - vor und nach der Einreise. Die Quarantäne soll allerdings ab Mitte des Monats für Einreisende aus der EU, Großbritannien oder Israel kippen, ab Juni auch für Einreisende aus den USA.

Urlauber aus diesen Ländern, die geimpft oder genesen sind oder einen negativen Corona-Test vorlegen, sollen dann ohne die bislang übliche fünftägige Quarantäne einreisen können. Italien peilt den 2. Juni für den offiziellen Start der Sommersaison an.

Ab Mitte Mai soll ein nationaler "Grüner Impfpass" eingeführt werden, um frei innerhalb des Landes reisen zu können. Wie genau die Regelungen für Einreisende und Geimpfte danach aussehen werden, ist allerdings noch nicht ganz klar.

Die Corona-Zahlen in Italien sind zuletzt beständig gesunken. Mehr als 25 Prozent der Bevölkerung sind mindestens einmal gegen Corona geimpft. Das Land befindet sich seit kurzem auf einem schrittweisen Lockerungskurs. Wo die Corona-Zahlen moderat sind, dürfen Restaurants und Bars auch abends im Außenbereich an Tischen servieren. Ab 22 Uhr gilt aber weiter ein Ausgangsverbot. Museen und Kinos in den sogenannten Gelben Zonen haben bereits geöffnet. Ab 1. Juni sollen die Menschen in Lokalen auch wieder drinnen sitzen dürfen.

Zudem bemüht sich Italien, die Bevölkerung seiner kleinen Mittelmeerinseln vor der Urlaubssaison coronafrei zu bekommen. Ab Freitag sollen Massenimpfungen gegen Covid-19 auf Capraia und den Äolischen Inseln beginnen. Insgesamt will die Regierung Menschen auf etwa 30 dieser kleineren Inseln impfen. Größere Inseln wie Capri sind bereits weiter in der Impfkampagne. Dort sind nach Berichten der Nachrichtenagentur Ansa beinahe 80 Prozent der über 16-Jährigen immunisiert.

Die Bundesregierung stuft Italien allerdings nach wie vor als Risikogebiet ein. Das heißt, dass bei der Rückkehr nach Deutschland grundsätzlich die Pflicht besteht, sich in eine zehntägige Quarantäne zu begeben und sich vor der Ankunft in Deutschland online anzumelden. Nach fünf Tagen kann die Quarantäne mit einem negativen Corona-Test vorzeitig beendet werden.

Spanien

Die Einreise aus allen EU- und Schengen-assoziierten Staaten nach Spanien ist grundsätzlich möglich. Die Testpflicht für Einreisen aus einem Risikogebiet aus dem Ausland (unter anderem Deutschland) besteht aber weiter. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist deutlich niedriger als in Deutschland, zuletzt betrug sie nur noch gut 87. In einigen Urlaubsregionen wie Valencia (circa 17) oder den Balearen (knapp 28) mit Mallorca ist die Situation sogar noch entspannter.

Nach sechs Monaten endete in der Nacht zum Sonntag der Corona-Notstand und damit auch die Ausgangssperren in vielen Teilen des Landes. Allerdings sind gerade in größeren Städten die Inzidenzen noch hoch. In der Hauptstadt Madrid beispielsweise liegt die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell bei 130. In einigen Regionen soll die nächtliche Ausgangssperre noch eine Zeit lang weiter gelten.

Die Regionen des Landes entscheiden je nach Lage nun wieder selbst, welche Maßnahmen sie aufrechterhalten oder neu beschließen. Für die bei Deutschen beliebten Balearen soll die nächtliche Ausgehsperre weiterbestehen, auf den Kanaren aber verbot das dortige Oberste Gericht diese Maßnahme. Bald könnte es eine Grundsatzentscheidung in dieser Frage geben.

Generell gilt landesweit unter anderem die Maskenpflicht auch im Freien vorerst weiterhin. Reisen innerhalb des Landes sind nun wieder erlaubt. Privilegien für Geimpfte oder Genesene gibt es in Spanien noch nicht.

Das Robert Koch-Institut (RKI) stuft nicht mehr ganz Spanien als Corona-Risikogebiet ein, auch die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes wurde für einige Regionen aufgehoben: Balearen (Mallorca, Ibiza, Menorca, Formentera), Galicien, Valencia und Murcia. Alle anderen Gebiete gelten nach wie vor als Risikogebiete, für die eine Reisewarnung gilt. Das heißt, auch hier besteht für Rückreisende eine zehntägige Quarantänepflicht, die nach fünf Tagen mit einem negativen Corona-Test vorzeitig beendet werden kann.

Frankreich

Frankreich ist aktuell noch sehr stark von der Corona-Krise betroffen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt um die 200. Reisen dorthin sind zwar grundsätzlich möglich, allerdings unter Auflagen: Wer tagsüber (zwischen 6 und 19 Uhr) einreisen will, braucht keinen triftigen Grund mehr vorzuweisen, wer nachts einreisen will, allerdings schon.

Bei der Einreise nach Frankreich muss ein negativer PCR-Test vorgelegt werden, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Reisende müssen außerdem eine Erklärung ausfüllen, in der sie etwa versichern, keine Covid-19-Symptome zu haben.

Rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung hat mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Vorrechte für Geimpfte gelten aktuell noch nicht. Das Nachbarland hat jüngst die Maßnahmen ein wenig gelockert. Die Menschen dürfen sich nun wieder ohne triftigen Grund mehr als zehn Kilometer von ihrer Wohnung entfernen - Reisen innerhalb des Landes sind so wieder möglich.

Es gilt eine nächtliche Ausgangssperre ab 19 Uhr, die ab 19. Mai auf 21 Uhr verschoben werden soll. Dann sollen auch Außenbereiche von Restaurants sowie Geschäfte und Kultureinrichtungen wieder öffnen dürfen. Touristische Aktivitäten sind in der Nacht (zwischen 19 und 6 Uhr) nicht möglich. Wer in Frankreich übernachten will, sollte vorab mit der Unterkunft klären, ob dies möglich ist.

Frankreich wird von Deutschland als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Rückreisende aus Frankreich müssen bei Einreise nachweisen, dass sie nicht mit dem Coronavirus infiziert sind, etwa mit einem negativen Testergebnis. Dieser Nachweis darf nicht älter als 48 Stunden sein.

Österreich

Die Infektionszahlen sind in Österreich ähnlich hoch wie in Deutschland. Noch gelten für deutsche Urlaubswillige strenge Beschränkungen: Einreisende müssen einen negativen Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden ist und sich zusätzlich zehn Tage in Quarantäne begeben. Diese kann frühestens nach fünf Tagen durch einen weiteren Test beendet werden.

Am 19. Mai sollen allerdings zahlreiche Öffnungen stattfinden. Gastronomie, Hotels, Bühnen und Sporteinrichtungen sollen wieder aufmachen. Als Schutzmaßnahme sind Zutrittstests vorgesehen. Veranstaltungen sind draußen mit bis zu 3000 und drinnen mit bis zu 1500 Personen erlaubt. Auch die Quarantäne für Urlauber aus Deutschland soll dann fallen: Geimpfte, Getestete und von Covid-19 Genesene dürfen ins Land.

Fast ein Drittel der Einwohner ab 16 Jahren haben schon mindestens eine Impfdosis erhalten. Die Regierung plant, dass Menschen schon drei Wochen nach der Erstimpfung keine Tests mehr vorweisen müssen.

Dennoch ist auch Österreich aus deutscher Sicht weiterhin Risikogebiet. Bei der Rückreise stehen ein Test und mindestens fünf Tage Quarantäne an.

Griechenland

Die Infektionszahlen in Griechenland sind in etwa so hoch wie in Deutschland. Für Reisende aus Deutschland oder der EU ist die Quarantäne-Pflicht seit kurzem aufgehoben, zumindest wenn die Einreise auf folgendem Weg erfolgt: über die Flughäfen Athen, Thessaloniki, Heraklion, Chania, Korfu, Kos, Mykonos, Rhodos oder Santorin oder über die Landgrenze zu Bulgarien über Kulata-Promachonas und Nymfaia oder über die Fährhäfen Igoumenitsa oder Patras.

Besucher müssen vor der Einreise online ihre Daten hinterlegen. Bei der Einreise muss dann eine vollständige Impfung oder ein höchstens 72 Stunden alter PCR-Test vorgelegt werden. Vollständig geimpft heißt hier, dass die zweite Impfung mindestens 14 Tage her ist. Touristen sollten sich jedoch stets über ihr genaues Reiseziel informieren. So wurde etwa jüngst auf der Insel Kalimnos wegen hoher Fallzahlen erneut ein lokaler Lockdown verhängt.

Seit vergangener Woche dürfen in Griechenland Cafés, Bars und Tavernen unter Auflagen ihre Außenbereiche öffnen - für alle Gäste, egal ob geimpft oder nicht. Allerdings schließt die Gastronomie um 22:45 Uhr, ab 23 Uhr gilt dann ein abendliches Ausgangsverbot. Reisen innerhalb Griechenlands sind nicht uneingeschränkt möglich - diese Auflage soll aber am 15. Mai aufgehoben werden.

Aus deutscher Sicht gilt Griechenland derzeit noch als Risikogebiet - auch wenn die Infektionslage sich entspannt. Das heißt, bei der Rückreise werden ebenfalls ein Test und mindestens fünf Tage Quarantäne fällig.

Türkei

In der Türkei bleibt die Zahl der täglichen Neuinfektionen weiter auf hohem Niveau. In den touristischen Provinzen Antalya, Mugla und Izmir lag die Sieben-Tage-Inzidenz in den vergangenen Wochen bei rund 200 Fällen pro 100.000 Einwohner. Bei der Einreise in die Türkei muss ein negativer PCR-Test vorgelegt werden, der nicht älter als 72 Stunden sein darf.

Bundesaußenminister Heiko Maas will mit der Türkei an Regelungen arbeiten, um deutschen Touristen sicheren Urlaub in beliebten Ferienregionen des Landes zu ermöglichen. "Wir wollen, dass im Sommer so viel Urlaub möglich ist, wie eben verantwortbar ist", sagte er vergangene Woche. Schon im August des vergangenen Jahres war nach langem Drängen der türkischen Regierung die Reisewarnung für die beliebten türkischen Urlaubsregionen am Mittelmeer aufgehoben worden. Voraussetzung dafür war ein spezielles Tourismus- und Hygienekonzept.

Noch bis zum 17. Mai gilt in der Türkei ein Lockdown: Nur Geschäfte für den täglichen Bedarf sind geöffnet, die Menschen dürfen lediglich für wichtige Erledigungen vor die Tür. Touristen sind von diesen Ausgangsbeschränkungen ausgenommen und können sich frei bewegen.

Derzeit gilt für die Bundesregierung allerdings die gesamte Türkei als Hochinzidenzgebiet. Das heißt, Rückreisende müssen durch Negativtest nachweisen, dass sie nicht mit dem Coronavirus infiziert sind. Der Nachweis darf nicht älter als 48 Stunden sein.

Dänemark

In Dänemark sind die Neuinfektionszahlen stabil, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt seit Wochen unter 100. Die Geschäfte sind in Dänemark längst wieder offen. Cafés, Restaurants und Bars dürfen wieder Kunden bedienen - innen aber nur, wenn die Gäste per App einen negativen Corona-Test, eine vollständige Impfung oder eine überstandene Infektion belegen können. Auch Fitnessstudios sind wieder geöffnet.

Deutsche dürfen allerdings derzeit nur bei Nachweis eines wichtigen Grundes nach Dänemark einreisen. Einreisen zu touristischen Zwecken werden in diesem Fall nicht gestattet. Ausnahmen gelten für vollständig gegen Covid-19 geimpfte Deutsche und viele andere Menschen aus EU- und Schengen-Ländern. Sie dürfen - auch zu touristischen Zwecken - seit dem 1. Mai wieder nach Dänemark einreisen. Dabei müssen sie im Gegensatz zu anderen Reisenden keine negativen Corona-Tests oder Einreisegründe wie etwa den Besuch von Partnern vorweisen können, auch Test- und Quarantänepflicht nach Ankunft fallen für sie weg.

Bedingung ist, dass das Land der Reisenden zumindest als "oranger Staat" gemäß der dänischen Risikoeinstufung gilt, die dortige Corona-Lage also nicht zu schlimm ist und dort keine besorgniserregenden Varianten des Coronavirus grassieren. Deutschland gilt derzeit als orange.

Für Deutschland gilt Dänemark allerdings als Risikogebiet. Das heißt, bei Rückreise sind ein Negativtest und mindestens fünf Tage Quarantäne notwendig.

Über dieses Thema berichtete die ARD in der Sendung Brisant am 09. Mai 2021 um 17:00 Uhr.