Jugendliche treffen sich auf einem Feld. | dpa

Statistisches Bundesamt So wenige junge Menschen wie noch nie

Stand: 25.07.2022 10:54 Uhr

Seit Gründung der Bundesrepublik haben noch nie so wenige junge Menschen in Deutschland gelebt wie heute. Der Anteil der 15- bis 24-Jährigen sinkt seit Jahren - besonders stark betroffen sind die ostdeutschen Bundesländer.

Obwohl die Gesamtbevölkerung wächst, leben in Deutschland so wenige junge Menschen wie noch nie: Ende 2021 waren in der Bundesrepublik von 83,2 Millionen Menschen gerade einmal rund 8,3 Millionen im Alter von 15 bis 24 Jahren. Das entspricht einem Anteil von zehn Prozent an der Gesamtbevölkerung, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Damit ist die Zahl junger Menschen sowohl absolut als auch anteilig auf einen neuen Tiefststand gesunken. Während 1983 Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren einen Anteil von 16,7 Prozent an der Gesamtbevölkerung ausmachten, geht ihr Anteil bereits seit 2005 kontinuierlich zurück. Nur das Jahr 2015 bildet, bedingt durch die hohe Zuwanderung in Folge der Flüchtlingskrise, eine Ausnahme.

Anteil junger Menschen in Ostdeutschland niedriger

Die Bundesländer in Deutschland sind von dieser Entwicklung unterschiedlich betroffen: Brandenburg verzeichnet mit acht Prozent den geringsten Anteil junger Menschen. Als Stadtstaat hatte Bremen mit elf Prozent zum Jahresende 2021 den höchsten Anteil an 15- bis 24-Jährigen, gefolgt von Baden-Württemberg.

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit zehn Prozent unter dem Durchschnitt: Laut EU-Statistikbehörde Eurostat lebten zum Jahresbeginn 2021 in Deutschland anteilig etwas weniger junge Menschen als im Durchschnitt aller 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Der Durchschnitt aller Mitgliedsländer der EU liegt bei 10,6 Prozent.

EU-weit den höchsten Anteil an 15- bis 24-Jährigen hatte Irland mit 12,6 Prozent vor Dänemark und Zypern mit jeweils 12,3 Prozent. Die wenigsten jungen Menschen innerhalb der EU leben mit einem Anteil von jeweils neun Prozent in Tschechien und Bulgarien.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 25. Juli 2022 um 11:00 Uhr in den Nachrichten.