Erinnerung an die Opfer vom Anschlag am Breitscheidplatz | IMAGO / Pacific Press Agency

Kabinettsbeschluss 11. März - Gedenktag für Terroropfer

Stand: 16.02.2022 13:38 Uhr

Der 11. März ist künftig ein nationaler Gedenktag für Opfer terroristischer Gewalt. Das beschloss das Bundeskabinett. Laut Innenministerin Faeser soll es ein Tag der Erinnerung, des Mitgefühls, aber auch der Mahnung sein.

Die Bundesregierung hat einen nationalen Gedenktag für die Opfer terroristischer Gewalt beschlossen. Das Bundeskabinett legte den 11. März als Datum fest. An diesem Tag erinnert bereits die EU seit 2005 an die Opfer von Terrorismus. Anlass für die Einführung des europäischen Gedenktags waren die Bombenanschläge in Madrid am 11. März 2004, verübt von islamistischen Terroristen.

Fast 200 Menschen wurden getötet und Hunderte verletzt, als nacheinander zehn Sprengsätze in vier Zügen, die in Richtung Madrider Stadtzentrum fuhren, explodierten.

"Wir wollen, dass die Opfer nie vergessen werden"

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) verwies auf terroristische Anschläge in Deutschland wie das islamistische Attentat am Berliner Breitscheidplatz und die rechtsterroristischen Anschläge in Halle und Hanau: "Wir wollen, dass das Schicksal der Opfer und ihrer Angehörigen uns allen in Staat und Gesellschaft bewusster ist. Wir wollen, dass die Opfer nie vergessen werden."

Der 11. März solle "ein Tag der Erinnerung, des Mitgefühls, aber auch der Mahnung sein, mit aller Entschlossenheit gegen terroristische Bedrohungen vorzugehen", erklärte Faeser. An dem Gedenktag wird in Deutschland nun bundesweit Trauerbeflaggung an Bundesgebäuden angeordnet.

Opferbeauftragter seit 2018

Seit 2018 kümmert sich der Opferbeauftragte der Bundesregierung um die Anliegen von Betroffenen von terroristischen und extremistischen Anschlägen im Inland. Im Januar hatte der FDP-Abgeordnete Pascal Kober diese Aufgaben übernommen und die Verantwortung des Staates betont, an der Seite der Betroffenen zu stehen und diese vollumfänglich zu unterstützen.