Neugeborene liegen nebeneinander. | picture alliance / Waltraud Grub

Statistisches Bundesamt Deutlich mehr Geburten im März 2021

Stand: 15.06.2021 11:29 Uhr

Seit mehr als 20 Jahren sind im März nicht mehr so viele Kinder zur Welt gekommen: 65.903 Geburten zählte das Statistische Bundesamt im März 2021. Ein möglicher Grund sind die Lockerungen der Corona-Auflagen im Mai 2020.

Die Zahl der Geburten in Deutschland ist im März auf den höchsten Wert seit mehr als 20 Jahren gestiegen. Sie kletterte binnen Jahresfrist um etwa 5900 oder zehn Prozent auf 65.903, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Mehr als 65.000 Geburten in einem März habe es zuletzt im Jahr 1998 gegeben.

Zusammenhang mit Lockerungen der Corona-Auflagen

Der Anstieg stehe in zeitlichem Zusammenhang mit dem Abflachen der ersten Welle der Corona-Pandemie in Deutschland und den Lockerungen ab Anfang Mai 2020. Im Vergleich zum März 2020 stieg die Zahl der Geburten 2021 um rund zehn Prozent. Bereits im Februar 2021 habe es bei den Geburten mit sechs Prozent ein Plus zum Vorjahr gegeben.

"Ein Blick auf die Zahlen vom Jahresbeginn zeigt, dass während des ersten Lockdowns offenbar nicht mehr Kinder gezeugt wurden als sonst", betonten die Statistiker. Im Januar 2021 lagen die Geburtenzahlen demnach noch in etwa auf Vorjahresniveau.

Geburtentrend in Europa steigt im März 2021

Nach vorläufigen Angaben der nationalen Ämter stiegen in den meisten europäischen Staaten die Geburtenzahlen im März 2021, wie die deutschen Statistiker mitteilten.

In besonders stark von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern wie Spanien, Frankreich oder Belgien stabilisierten sich die zunächst deutlich rückläufigen Geburtenzahlen wieder. Andere Staaten verzeichneten im Vergleich zum Vorjahresmonat einen großen Zuwachs: In Rumänien wurden 15 Prozent mehr Kinder geboren. Dahinter folgen Estland und Litauen (jeweils plus 13 Prozent) sowie Niederlande, Finnland und Ungarn (jeweils plus zehn Prozent).

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 15. Juni 2021 um 10:45 Uhr in den Nachrichten.