Erde | Bildquelle: dpa

Erdüberlastungstag Ökologisch auf Pump - diesmal etwas später

Stand: 19.08.2020 18:11 Uhr

Von Samstag an lebt die Erdbevölkerung ökologisch wieder auf Pump. Immerhin: Einen kleinen Erfolg gibt es. Corona lässt das ökologische Defizit schrumpfen. Umweltschützer warnen trotzdem.

Am Samstag, den 22. August ist Erdüberlastungstag. Das heißt, dass die Menschheit dann die Ressourcen verbraucht hat, die die Erde in einem Jahr erneuern kann. Andersherum bräuchten die Menschen 1,6 Planeten, um weiter so leben zu können wie sie es gerade tun. Würden sie so wirtschaften wie Deutschland, würden gar drei Erden benötigt.

Folgen der Corona-Pandemie wirken sich positiv aus

Erstmals seit Jahrzehnten ist der Erdüberlastungstag im Jahr wieder nach hinten gerückt. 2019 lag er bereits am 29. Juli. Die Umwelt- und Entwicklungsorganisationen German watch, BUNDJugend, FairBindung und Naturschutzjugend teilten mit, die Corona-Pandemie habe dafür gesorgt, dass das Tempo der Übernutzung in diesem Jahr gesunken sei. Wenn der Weg aus der Corona-Krise nicht ressourcenschonend verlaufe, könnte dieser Effekt aber bereits im kommenden Jahr verpufft sein, warnten die Organisationen.

Fabrikschlote | Bildquelle: dpa
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So wie Deutschland ökologisch wirtschaftet, brauchte es drei Erden.

"Investitionen konsequent an Nachhaltigkeit koppeln"

Steffen Vogel von Germanwatch sagte: "Investitionen zur ökonomischen Erholung nach der Pandemie müssten konsequent an Nachhaltigkeit gekoppelt sein. Unere Wirtschaft darf nicht länger an Profit ausgerichtet sein, der Klimaziele und Menschenrechte untergräbt."

Um den Erdüberlastungstag zu ermitteln, wird die biologische Kapazität der Erde zum Aufbau von Ressourcen, zur Aufnahme von Müll und Emissionen sowie der Bedarf an Wäldern, Flächen, Wasser, Ackerland und Fischgründen berechnet, den die Menschen derzeit für ihre Lebens- und Wirtschaftsweise verbrauchen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. August 2020 um 19:00 Uhr.

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