Ein Mitglied der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) beobachtet die Boote auf dem Wannsee. | dpa

DLRG-Bilanz Immer mehr Nichtschwimmer befürchtet

Stand: 19.05.2021 13:53 Uhr

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft spricht von zwei verlorenen Jahrgängen in der Schwimmausbildung: Aufgrund der Corona-Pandemie habe sie deutlich weniger Prüfungen abgenommen.

Die Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen macht nach Einschätzung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) immer mehr Menschen zu Nichtschwimmern. Damit wachse das Risiko des Ertrinkens, warnte DLRG-Präsident Achim Haag bei der Vorstellung der Jahresbilanz.

Die Ausbilderinnen und Ausbilder der DLRG nahmen demnach im vergangenen Jahr 23.485 Schwimmprüfungen ab, 75 Prozent weniger als im Jahr 2019. Damals wurden 92.913 Personen zu Schwimmern ausgebildet.

"Zwei verlorene Jahrgänge in der Schwimmausbildung"

Insgesamt 14.566 Seepferdchen-Abzeichen wurden 2020 vergeben. Auch dies waren mehr als 70 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. "Der Zusammenhang mit der Pandemie liegt hier auf der Hand", sagte Haag mit Blick auf die in der Corona-Krise geschlossenen Bäder. "Hier sprechen wir mittlerweile von mindestens einem, wenn nicht sogar schon zwei verlorenen Jahrgängen in der Schwimmausbildung."

Aber auch vor der Pandemie habe ein Viertel aller Grundschulen keinen Schwimmunterricht anbieten können, weil kein Bad zur Verfügung stehe, so Haag.

Viele Einsätze im August

Die Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer der DLRG bewahrten den Angaben zufolge im vergangenen Jahr 901 Menschen vor dem Tod, ein Jahr zuvor waren es 950 Menschen. Bei 28 Einsätzen hätten sie sogar ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen müssen. "In 2020 waren die innerdeutschen Küstenabschnitte und Binnengewässer coronabedingt deutlich stärker besucht als in den Vorjahren", sagte Haag.

Gerade der Monat August habe die Rettungseinsätze in die Höhe schnellen lassen. Häufigste Rettungsursachen seien weiterhin Leichtsinn, Selbstüberschätzung oder Unkenntnis über die Gewässer.

Insgesamt 24.747 Mal rückte die DLRG im Jahr 2020 zu Notfällen in Küsten- und Binnengewässern aus. Etwa 41.000 Retterinnen und Retter wurden eingesetzt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 19. Mai 2021 um 14:00 Uhr.