Plastiktüten verfangen sich an einem Zaun | dpa

EU-Vergleich Deutsche produzieren viel Plastikmüll

Stand: 22.11.2017 14:39 Uhr

In Deutschland wird pro Einwohner deutlich mehr Plastikmüll verursacht als im Durchschnitt der Europäischen Union. Im Jahr 2015 lag die Bundesrepublik rund sechs Kilogramm über dem EU-Schnitt. Spitzenreiter sind die Deutschen jedoch nicht.

Mit 37 Kilogramm Plastikmüll pro Einwohner lag Deutschland 2015 deutlich über dem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch in der EU. Das geht aus einer Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft hervor. Zuerst hatten die Zeitungen der Funke Mediengruppe darüber berichtet.

Der Pro-Kopf-Verbrauch an Plastik in Deutschland stieg demnach zwischen 2005 und 2015 um 29 Prozent. Allerdings wird in Deutschland auch knapp die Hälfte des anfallenden Abfalls wiederverwertet, während die Recycling-Quote im EU-Schnitt bei 40 Prozent liegt.

Die EU-Gesamtwirtschaft ist seit 2005 insgesamt geringfügig stärker gewachsen als der Plastikverbrauch. Den meisten Plastikabfall pro Kopf verursachen der Studie zufolge die Iren mit rund 61 Kilogramm im Jahr. In Bulgarien fallen hingegen nur etwa 14 Kilogramm bei einer gleichzeitig hohen Recycling-Quote von 61 Prozent an.

Deutsche EU-Nachbarn wie Österreich, Dänemark und die Niederlande produzieren trotz ähnlicher Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung weniger Abfälle pro Einwohner als die Bundesrepublik. Weltweit wurden im Jahr 2015 322 Millionen Tonnen Plastikmüll produziert. Zur Eindämmung der Abfallproduktion will die EU Anfang Dezember eine neue Kunststoff-Strategie vorstellen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. November 2017 um 14:00 Uhr.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

avatar
Bernd Kevesligeti 22.11.2017 • 21:22 Uhr

re von Ritchi

Es ging um die Kunststoffproduktion in Deutschland.Offensichtlich ist die im Wachstum begriffen,wie in den Wirtschaftsmeldungen,beispielsweise über Covestro,im KSTA zum Ausdruck kommt. Es fühlt sich ja sehr euphemistisch oder lobbyistisch an,"wenn aus Deutschland kaum etwas ins Meer geht und die Politik schon lange reagiert hat".