Jens Spahn | AFP

Einreisen aus Risikogebieten Corona-Testpflicht gilt ab Samstag

Stand: 06.08.2020 11:49 Uhr

Einreisende aus internationalen Corona-Risikogebieten müssen sich von diesem Samstag an bei der Rückkehr nach Deutschland auf das Virus testen lassen. Das teilte Bundesgesundheitsminister Spahn mit.

Die Corona-Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten gilt ab dem kommenden Samstag. Das gab Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei einer Pressekonferenz in Berlin bekannt. Andernfalls drohen Bußgelder. Er sei sich bewusst, dass dies einen Eingriff in die "Freiheit des Einzelnen" bedeute, dies sei aber gesamtgesellschaftlich vertretbar, so der CDU-Politiker. Er erinnerte dabei auch an die Verantwortung des Einzelnen für Andere.

Bisher müssen Einreisende aus Risikogebieten sich für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben und beim Gesundheitsamt melden. Dies gelte seit Monaten, erinnerte Spahn. Alternativ kann ein negatives Testergebnis vorgelegt werden, das höchstens 48 Stunden alt ist.

Freiwilliger Test bereits möglich

Seit vergangenem Samstag können sich Einreisende aus dem Ausland freiwillig und kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Jede bisher unentdeckte Infektion mache einen Unterschied, sagte Spahn.

Welche Länder als Risikogebiete gelten, steht auf einer Liste des Robert Koch-Instituts (RKI) - aus der EU sind derzeit Luxemburg und die die drei spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra auf der Liste. Zentrales Kriterium ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

Spahn pocht auf kostenfreie Tests

Spahn will an kostenfreien Tests für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten festhalten. "Wir dürfen die Frage des Testens nicht zu einer sozialen Frage werden lassen", sagte er. Er halte das Argument für falsch, dass jemand, der sich einen Urlaub in ein Risikogebiet leisten könne, den Test selbst bezahlen solle. Viele Reisenden hätten sich ihren Urlaub hart erarbeitet.

Die Maske als "kleiner Preis"

Die Corona-Krise sei eine besondere Situation für die Gesellschaft. Die Pandemie gehe weiter, machte Spahn deutlich. In der Pressekonferenz nahm Spahn auch Bezug auf die Maskenpflicht. Auch er sei dadurch manchmal genervt, aber die Maske sei doch ein "kleiner Preis", um die Ausbreitung des Coronavirus zu minimieren.

Spahn appellierte an die Bevölkerung, weiter achtsam und vorsichtig zu sein. "Geben wir weiter aufeinander acht." Gerade in der Sommer- und Urlaubszeit sei das schwer, das wisse er, so der Minister, aber es sei für den weiteren Verlauf der Pandemie entscheidend. "Corona in Schach zu halten, das ist ein Langstreckenlauf und es ist ein Teamspiel: Es geht nur gemeinsam."

Mehr als 1000 Neuinfektionen

Spahn betonte, dass der Anstieg der Infektionen sowohl auf Ansteckungen im Inland als auch auf Reiserückkehrer zurückzuführen sei. Teilweise sei dies auch die Konsequenz davon, dass in den vergangenen Tagen mehr Corona-Tests durchgeführt wurden.

Erstmals seit drei Monaten hatte das Robert Koch-Institut (RKI) mehr als 1000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI demnach 1045 neue Corona-Infektionen. Die Schwelle von 1000 neuen Corona-Fällen war zuletzt am 7. Mai überschritten worden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. August 2020 um 12:00 Uhr.