Schüler eine Grundschulklasse in Dresden sitzen an ihren Tischen. | dpa

Corona-Krise Schulen öffnen trotz steigender Infektionszahlen

Stand: 22.02.2021 05:00 Uhr

In mehreren Bundesländern nehmen Schulen und Kitas heute wieder den Unterricht auf. Derweil blickt Gesundheitsminister Jens Spahn mit Sorge auf die steigenden Infektionszahlen.

Von Nina Amin, ARD-Hauptstadtstudio

Mit viel Verzicht sei die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Wochen runtergebracht worden, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Bericht aus Berlin. Aber das Virus sei anpassungsfähig und verändere sich. Die Corona-Infektionszahlen steigen wieder: "Das ist nervig, das nervt alle tierisch", so Spahn. "Es bringt auch ein Stück Unsicherheit jetzt da wieder rein und deswegen müssen Vorsicht, Testen und Impfen uns jetzt auf dem weiteren Weg begleiten."

Nina Amin ARD-Hauptstadtstudio

Auch Impfungen für Beschäftige an Grundschulen und Kitas sind dabei im Fokus. In vielen Bundesländern startet heute für Grundschul- und Abschlussklassen wieder der Präsenzunterricht - trotz steigender Corona-Infektionszahlen. Auch in den Kitas werden wieder mehr Kinder aufgenommen.

Bundesgesundheitsminister Spahn bei einer Pressekonferenz. | dpa

Minister Spahn ist genervt von steigenden Infektionszahlen. Bild: dpa

Früheres Impfangebot für Lehrkräfte gefordert

Vertreterinnen und Vertreter aus den Bundesländern wollen Beschäftigten in Kitas und Schulen ein früheres Impfangebot machen. Unterstützung gibt es von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek von der CDU. Die Aufgaben von Lehrkräften und Kita-Personal seien für die ganze Gesellschaft wichtig, sagte Karliczek der deutschen Presseagentur "dpa". Das sollte sich in der Impfpriorität zeigen. Und: "Sollte eine große Zahl von Lehrkräften und der Beschäftigten in den Kitas durch eine Impfung geschützt sein, wäre dies ein Beitrag, um eher Schüler und Schülerinnen in den Schulen selbst unterrichten zu können oder eher Kinder in den Kitas betreuen zu können", so die Ministerin.

Ob die beiden Berufsgruppen in der Impfreihenfolge nach vorne rutschen, dürfte sich heute entscheiden. In einer Schaltkonferenz der Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder soll dazu eine Grundsatzentscheidung fallen, sagte Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha von den Grünen dem SWR.

"Jetzt wird geimpft"

Man sei sich im Prinzip einig. In seinem Bundesland soll das Impfen heute schon losgehen:  "Wir haben uns jetzt entschlossen, dass wir Erzieherinnen und Lehrerinnen impfen. Dass wir jetzt mit dem guten Impfstoff AstraZenca, den wir in großen Mengen zur Verfügung haben, jetzt das Zeichen setzen. Jetzt wird geimpft", so Lucha.

Auch Gesundheitsminister Spahn will nach einer Einigung zügig die Impfverordnung anpassen. Das könne einige Tage dauern. Anfang März, schätzt Spahn, sollten Impfungen für Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher je nach Lage in den Bundesländern dann möglich sein.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. Februar 2021 um 09:00 Uhr.