Passagiere stehen mit ihrem Gepäck im Flughafen | dpa

Maas zu Corona-Rückholaktion Tausende Gestrandete zurück zu Hause

Stand: 23.03.2020 17:36 Uhr

Die Bundesregierung hat laut Außenminister Maas bislang etwa 120.000 der geschätzt 200.000 im Ausland gestrandeten Deutschen zurückbringen können. Nach den Haupturlaubsgebieten konzentriere sich die Rückholaktionen nun auf abgelegenere Länder.

Die Rückholaktion von gestrandeten Deutschen aus den Haupturlaubsgebieten ist nach Angaben von Bundesaußenminister Heiko Maas weitgehend abgeschlossen. Wie er in einer virtuellen Pressekonferenz mitteilte, seien etwa 120.000 Menschen, die aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus im Ausland gestrandet waren, bereits zurückgebracht worden. "Wir gehen dabei von ursprünglich über 200.000 Menschen aus", so Maas.

Die Bundesregierung unterstütze weiter zum einen private Reiseanbieter - beispielsweise durch das Organisieren von Landeerlaubnissen und Überflugrechten. Das sei in Zeiten der Coronavirus-Pandemie nicht gerade einfach, denn viele Flughäfen seien geschlossen worden, sagte Maas.

Viele Charterflüge über die Lufthansa

Zum anderen "haben wir eigene Maschinen gechartert" - beispielsweise von der Lufthansa. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes hat die Bundesregierung bisher 40 Charterflüge gestartet, weitere 35 seien geplant. Derzeit würden etwa 10.000 Deutsche pro Tag Heim geholt und auf fast allen Flügen auch Europäer aus anderen Ländern mit zurückgebracht. Weil der kommerzielle Luftverkehr immer weiter zurückgehe, werde die Zahl der Chartermaschinen wohl weiter steigen.

Die Lufthansa selbst teilte mit, sie und ihre Tochter-Airlines hätten bisher rund 40.000 Bürger in Rückholaktionen nach Europa geflogen. Rund 16.000 - vor allem deutsche Staatsbürger - seien durch die Lufthansa befördert worden. Auch die Konzerntöchter Swiss, Austrian Airlines, Eurowings, Brussels Airlines und Edelweiss waren demnach an den insgesamt bisher 230 Flügen nach Deutschland, Österreich, Belgien und in die Schweiz beteiligt. Sie holten Menschen beispielsweise aus Palma de Mallorca, Kairo oder Manila zurück.

Ein Lufthansa-Jumbo ist in Manila gelandet, um deutsche Touristen zurückzuholen. | dpa

Auch aus Manila, wo diese Lufthansa-Maschine am 20. März gelandet war, wurden Deutsche zurückgebracht. Bild: dpa

Rückholungen auch aus abgelegenen Gebieten

Nach den Gebieten mit den meisten deutschen Urlaubern geht es Maas zufolge in den kommenden Tagen insbesondere um abgelegenere Gebiete, die eine noch größere logistischere Herausforderung darstellten, da zum Beispiel auch der Weg zum Flughafen selbst nicht immer problemlos möglich sei. Als Beispiele nannte er dabei Länder wie Chile, Mexiko, Neuseeland und Gambia.

Laut EU-Kommission kümmern sich auch weitere EU-Länder um Rückholungen. Lettland plane die Repatriierung von EU-Bürgern aus Georgien und Litauen aus Indonesien, erklärte ein Sprecher in Brüssel. Tschechien werde Flüge unter anderem aus Vietnam und von den Philippinen organisieren und Polen unter anderem aus dem Sudan und Nepal.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 23. März 2020 um 17:45 Uhr.