Männerfüße aus einer Personenwaage | Bildquelle: dpa

Pandemie Corona-Krise macht dick

Stand: 06.04.2020 08:25 Uhr

Das Coronavirus verändert die Welt: Viele Menschen sterben, die Wirtschaft schrumpft. Aber auch an unseren Körpern wird die Krise Spuren hinterlassen, warnen Wissenschaftler.

Mehr als ein Viertel der Menschheit ist derzeit gezwungen, zu Hause zu bleiben. Viele machen sich Sorgen über die Gefahr einer Infektion und um ihre Arbeit. Aber auch die Versuchung, sich mit Essen zu trösten, ist groß.

"Ich bin der erste, der lieber zu Schokolade als zum Apfel greift", gesteht Gesundheitscoach Julian Mercier. "Und das wird uns dann zum Verhängnis." Wegen der fehlenden Bewegung verbrenne ein Erwachsener derzeit im Durchschnitt bis zu 400 Kilokalorien weniger am Tag, sagt die Ernährungswissenschaftlerin Jennifer Aubert. 

Deshalb sollten die Portionen auf dem Teller derzeit kleiner ausfallen und jeder sich so viel wie möglich bewegen - und zwar nicht nur zwischen Sofa und Kühlschrank. 

Weniger zu essen, dürfte besonders jenen schwerfallen, die sich bei ihren Hamsterkäufen mit verderblichen Lebensmitteln eingedeckt haben. Sie fühlen sich jetzt gezwungen, die großen Vorräte auch aufzuessen. 

Die Leute werden Fett ansetzen

Der Dortmunder Statistik-Professor Walter Krämer warnt davor, das Kontaktverbot zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu lange aufrechtzuerhalten, da sonst tödliche Folgekrankheiten zunehmen könnten.

"Die Leute werden Fett ansetzen, es wird Diabetes zunehmen", sagte Krämer der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

"Zwei, drei Wochen ohne Sport und mit zu viel Essen und in sozialer Isolation sind kein Problem", sagte der Statistiker. "Aber wenn wir diesen Zustand deutlich länger durchhalten müssten, wäre der Nutzen geringer als die Kosten."

Schon jetzt seien Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland die Todesursache Nummer eins. Daran stürben pro Jahr rund 300.000 Menschen. "Es ist bekannt, dass Übergewicht und zu wenig Bewegung diese Erkrankungen befördern."

Zwei Übergewichtige | Bildquelle: picture alliance / Wolfram Stein
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Experten warnen: Durch die Corona-Krise könnte Adipositas zunehmen.

Spaghetti für gute Laune

Die seelische Belastung durch die Pandemie und die ungewisse Zukunft verleiten Menschen dazu, sich zu überessen, warnt die britische Gesellschaft für Ernährung. "Gut zu essen und gesund zu bleiben, ist angesichts der Belastungen durch den Corona-Ausbruch eine Herausforderung", erklärt die Gesellschaft.

Andere warnen davor, die Kinder, die nun nicht mehr mit ihren Freunden spielen können, mit Essen bei Laune zu halten. "Um Ärger zu vermeiden, ist es leichter, ihnen die allseits beliebten Spaghetti Bolognese zu kochen, statt ihnen Spinat vorzusetzen", sagt Gesundheitscoach Mercier. Aber das sei ein Fehler. 

Jamie Oliver in seinem Restaurant in Den Haag | Bildquelle: LEX VAN LIESHOUT/EPA-EFE/REX
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Jamie Oliver will in der Corona-Krise zum Kochen animieren.

Auch zum Kochenlernen ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Der britische Starkoch Jamie Oliver zeigt in einer eigenen Kochshow simple Quarantäne-Rezepte mit wenigen und einfachen Zutaten, zum Beispiel für "schnelle grüne Pasta".

Auch der französische Fernsehkoch Cyril Lignac appelliert, sich nicht gehen zu lassen und das Essen nicht auf Knabbereien vor dem Fernseher zu beschränken. "Diese Zeit ist eine großartige Chance, Kindern und Jugendlichen beizubringen, wie man einfache Gerichte kocht", sagt er.

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