Jan Christian Kaack spricht vor Marinesoldaten an Bord des Tenders "Rhein" | dpa

Marine-Inspekteur Kaack Bereit für Führungsrolle in der Ostsee

Stand: 28.06.2022 10:46 Uhr

Der Inspekteur der Deutschen Marine, Kaack, will mehr Verantwortung in der Ostsee übernehmen - und dafür ein neues Hauptquartier einrichten. Er warnte davor, Russlands militärische Fähigkeiten zu unterschätzen.

Die Deutsche Marine ist laut ihrem Inspekteur, Vizeadmiral Jan Christian Kaack, bereit, in der Ostsee mehr Verantwortung in der gemeinsamen Verteidigung des NATO-Gebietes zu übernehmen.

"Die Deutsche Marine ist in dieser Region keine kleine Marine. Die Verantwortung, die daraus erwächst, nehmen wir gern an", sagte Kaack, in einer Rede, die er an Bord des Tenders "Rhein" vor den Kreidefelsen der Insel Rügen hielt. Die Deutsche Marine habe deswegen angeboten, in Rostock ein regionales Marine-Hauptquartier für die Ostsee einzurichten, sagte Kaack.

Kaack: Russland nicht unterschätzen

Mit dem russischen Überfall auf die Ukraine sei allen deutlich geworden, dass ein Leben in Frieden und Freiheit nicht selbstverständlich sei und Recht, Demokratie und Menschenwürde geschützt werden müssten. "Auch und gerade in der Ostsee, in der sich Freunde und Verbündete wieder bedroht fühlen."

Kaack warnte davor, die militärischen Fähigkeiten Russlands zu unterschätzen. "Sie alle haben darüber hinaus die Versenkung des russischen Kreuzers 'Moskwa' sowie einiger anderer russischer Einheiten durch ukrainische Flugkörper verfolgen können. Wir alle sollten uns jedoch von diesen Bildern nicht täuschen lassen: Die russische Marine wird aus diesem Krieg im Wesentlichen unbeschadet hervorgehen. Darauf müssen wir - gemeinsam mit unseren Verbündeten - vorbereitet sein."

Unterschiedliche Darstellungen zum Untergang

Die "Moskwa" - das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte - war Mitte April gesunken. Laut dem russischen Verteidigungsministerium war an Bord des Kreuzers Munition detoniert. Die Explosion habe einen Brand ausgelöst, durch den der Rumpf beschädigt worden sei. Die "Moskwa" sei dann während des Versuchs, sie zu einem Hafen abzuschleppen, gesunken.  

Die Ukraine hatte dagegen mitgeteilt, die "Moskwa" mit zwei Neptun-Raketen getroffen zu haben. Das US-Verteidigungsministerium bestätigte diese Darstellung. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Juni 2022 um 03:00 Uhr.