Bundeswehrsoldaten bei einer Übung. | Bildquelle: dpa

Bundeswehr-Freiwilligendienst "Eine große Ungerechtigkeit"

Stand: 23.07.2020 13:24 Uhr

Ein Jahr für den "Heimatschutz": Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer präsentierte heute ihre Pläne für einen neuen Freiwilligendienst der Bundeswehr. Von Sozialverbänden gab es schon im Vorfeld Kritik.

"Dein Jahr für Deutschland" - unter diesem Motto soll der neue Freiwilligendienst der Bundeswehr stehen, den Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer heute in Berlin vorgestellt hat. Er soll den bereits bestehenden Freiwilligendienst ergänzen, der nach Aussetzung der Wehrpflicht 2011 gestartet wurde. Die Sozialverbände stehen den neuen Plänen kritisch gegenüber.

Bundeswehr will Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz
tagesschau 14:00 Uhr, 23.07.2020, Christian Feld, ARD Berlin

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Dienst soll Reserve für Krisen stärken

Der bestehende Freiwilligendienst dauert sieben bis 23 Monate und soll vor allem der Rekrutierung von Zeit- und Berufssoldaten dienen - als eine Art "Schnupperkurs". Der neue Dienst soll dagegen die Reserve für Krisenfälle stärken. Vorgesehen sind sechs Monate militärische Ausbildung. In den anschließenden sechs Jahren sollen insgesamt weitere sechs Monate Reservedienst in der Heimatregion der Freiwilligen folgen. Laut einem Bericht des "Spiegel" soll der neue Dienst im April 2021 mit 1000 Männern und Frauen pro Jahr starten.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte, zuletzt habe gerade die Corona-Pandemie gezeigt, wie wichtig die Hilfe der Bundeswehr und ihrer Reservisten in ganz Deutschland sei. Durch den neuen Dienst wolle die Bundeswehr gleichzeitig ihre Fähigkeiten zur Landes- und Bündnisverteidigung stärken.

Skepsis bei den Wohlfahrtsverbänden

Der Deutsche Caritas-Verband zeigte sich wenig begeistert. "Bei allem Respekt vor neuen Ideen und vor dem Schutz der Heimat sollten wir nicht vergessen, dass es bereits gute Angebote gibt, sich im Sinne des gesellschaftlichen Zusammenhalts einzubringen", sagte Caritas-Präsident Peter Neher dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Er nannte das Freiwillige Soziale Jahr, das Freiwillige Ökologische Jahr, den Bundesfreiwilligendienst und das Programm "weltwärts" für Einsätze im Ausland. "Ob zusätzlich dazu ein Dienst an der Waffe Sinn macht, möchte ich mindestens kritisch hinterfragen."

Soldaten in der Grundausbildung marschieren. | Bildquelle: dpa
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Der neue Freiwilligendienst ist auf ein Jahr begrenzt.

Paritätischer kritisiert ungleiche Werbeetats

Der Paritätische Wohlfahrtsverband konstatiert "eine große Ungerechtigkeit" - etwa mit Blick auf Werbeetats. Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider sagte dem RND, er befürchte, dass soziale Dienste im Wettbewerb mit der Bundeswehr benachteiligt würden.

"Es geht nicht nur um hohe Werbeetats, sondern auch um Leistungen wie kostenlose Bahntickets für die Bundeswehr, die die Bundesregierung mal eben beschlossen hat, um die Bundeswehr attraktiver zu machen", kritisierte er. "Wo ist die Wertschätzung für die Arbeit, die unsere Freiwilligen im sozialen und ökologischen Bereich leisten?"

Arbeiterwohlfahrt hält Begriff für unpassend

Die Klientel, die von den Wohlfahrtsverbänden angesprochen werde, sei allerdings eine andere als die der Bundeswehr, sagte Schneider dem RND. "Die Motivation für einen Wehrdienst unterscheidet sich von der Motivation, Kinder in einer Tagesstätte zu betreuen."

Der Vorstandsvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt, Wolfgang Stadler, sagte dem RND: "Den Begriff eines Freiwilligendienstes bei der Bundeswehr lehnen wir ab." Dieser Begriff müsse ein zivilgesellschaftlich geprägter sein. "Die Idee, einen freiwilligen militärischen Dienst an Deutschland einzuführen, vermischt Begrifflichkeiten, die sauber getrennt bleiben sollten."

Debatte um allgemeines Dienstpflichtjahr

Eine von der neuen Wehrbeauftragten Eva Högl (SPD) ins Gespräch gebrachte Rückkehr zur Wehrpflicht lehnt Kramp-Karrenbauer ab. Högl hatte die Debatte im Zusammenhang mit rechtsextremistischen Vorfällen in der Bundeswehr angestoßen.

Eine Mehrheit der CDU-Landesverbände könnte sich laut einer Umfrage der "Rheinischen Post" unterdessen auch ein allgemeines Dienstpflichtjahr für Männer und Frauen vorstellen. Neun der fünfzehn Verbände erklärten demnach, sie seien für ein verbindliches Gesellschaftsjahr beziehungsweise ein verpflichtendes "Deutschlandjahr". Vier Verbände seien noch unentschlossen, darunter auch Nordrhein-Westfalen. Gegen ein Pflichtjahr sprachen sich die Landesverbände von Rheinland-Pfalz und Hessen aus.

Stephan Stuchlik, ARD Berlin, über die Pläne eines neuen Freiwilligendienstes
tagesschau24 15:00 Uhr, 23.07.2020

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Juli 2020 um 06:00 Uhr.

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