Bundesjustizministerin Christine Lambrecht | Bildquelle: dpa

Beschluss des Bundestages Stiefkindadoption für Unverheiratete

Stand: 13.02.2020 21:25 Uhr

Künftig dürfen auch unverheiratete Paare Stiefkinder adoptieren. Das entschied der Bundestag. Bedingung ist, dass ein Paar seit vier Jahren eheähnlich zusammenlebt oder ein gemeinsames Kind im Haushalt wohnt.

Die Adoption von Stiefkindern ist künftig auch für unverheiratete Paare möglich, wenn diese in einer stabilen Partnerschaft leben. Der Bundestag beschloss ein Gesetz, das Bundesjustizministerin Christine Lambrecht vorgelegt hatte.

Für eine Stiefkindadoption muss das Paar seit mindestens vier Jahren eheähnlich zusammenleben oder bereits ein gemeinsames Kind im selben Haushalt haben. Wenn einer der beiden Partner noch mit einer anderen Person verheiratet ist, soll die Stiefkindadoption nur in Ausnahmefällen möglich sein.

Die Justizministerin sagte, die Situation von Kindern und Eltern in Patchwork-Familien werde verbessert. "Kinder haben damit zwei rechtliche Elternteile in der Familie, in der sie tatsächlich leben, unabhängig davon, ob die Elternteile miteinander verheiratet sind oder nicht", betonte die SPD-Politikerin.

Forderung des BVerfG

Mit der Verabschiedung des Gesetzes wurde ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) aus dem März 2019 umgesetzt. Es hatte den Ausschluss der Stiefkindadoption in nichtehelichen Familien für verfassungswidrig erklärt und den Gesetzgeber verpflichtet, bis zum 31. März dieses Jahres eine Neuregelung zu treffen.

Dem Gesetzentwurf zufolge gab es im Jahr 2017 in Deutschland rund 2400 Stiefkindadoptionen bei verheirateten Paaren. Durch die Ausweitung auf unverheiratete Paare wird erwartet, dass sich die Anzahl pro Jahr um etwa 250 erhöht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Februar 2020 um 20:00 Uhr.

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