Zwei zerstörte Wagen stehen nach einem Unfall bei einem illegalen Autorennen auf einer Straße. | dpa

Härtere Strafen auf illegale Autorennen Erst Adrenalinkick, dann Knast

Stand: 23.09.2016 16:26 Uhr

Sie liefern ihren Teilnehmern Adrenalin pur, doch illegale Autorennen können auch tödlich enden. Darum brachte der Bundesrat eine Gesetzesinitiative auf den Weg, durch die den Rasern künftig jahrelange Haft drohen kann.

Es ist ein riskanter Kick, der im schlimmsten Fall sogar tödlich enden kann - darum will der Bundesrat die Teilnahme an illegalen Autorennen unter wesentlich höhere Strafen stellen als bisher. In einem Gesetzentwurf, den das Gremium auf den Weg gebracht hat, soll auf den verbotenen Geschwindigkeitsrausch erstmals Gefängnis drohen.

Bis zu zwei Jahre Haft fordert der Entwurf als neues Strafmaß, sowohl für die Veranstalter der Rennen als auch für deren Teilnehmer. Zudem soll es in Zukunft möglich sein, den Rasern den Führerschein und das Auto zu entziehen. Sollten bei dem Rennen aber Unbeteiligte in Gefahr gebracht werden und der Fahrer nur durch Zufall keine schlimmen Schäden verursacht haben, dann sollen künftig bis zu fünf Jahre Gefängnis verhängt werden. Und wenn bei dem Rennen jemand schwer verletzt wird oder gar stirbt, erhöht sich das Strafmaß auf bis zu zehn Jahre.

Bislang droht nur Bußgeld

Bislang werden illegale Autorennen lediglich mit einer Geldbuße von maximal 400 Euro sowie mit einem einmonatigen Fahrverbot. Aus Sicht der Landesregierungen von Hessen und Nordrhein-Westfalen viel zu wenig. Laut dem nordrhein-westfälischen Justizminister Thomas Kutschaty hat es in NRW allein im vergangenen Jahr 230 illegale Autorennen gegeben - so viele erfasste zumindest die Polizei. Kutschaty sieht in den Rennen einen "lebensgefährlichen Trendsport". Mit der Initiative des Bundesrats muss sich nun der Bundestag befassen.

Härtere Strafen halten Raser von illegalen Autorennen ab

Dass dieser "Trend" schnell tödlich enden kann, zeigte ein Fall in Berlin: Anfang Februar kam ein unbeteiligter Mann bei einem Rennen über den Kurfürstendamm ums Leben. Doch die Mehrheit der Deutschen zweifelt daran, dass härtere Strafen die Raser wirklich abhalten würden. Das Ergebnis des aktuellen ARD-DeutschlandTrends ergab, dass 58 Prozent der Befragten dieser Auffassung sind. Nur 40 Prozent der Umfrageteilnehmer waren überzeugt, dass ein härteres Strafmaß Wirkung zeigen würde.

Bundesrat billigt weitere wichtige Gesetze

Der Bundesrat billigte außerdem die Reform des Sexualstrafrechts, nach der eine sexuelle Handlung auch dann als Vergewaltigung gewertet werden kann, wenn sich das Opfer nicht wehrt. Auch Grapschen kann nun geahndet werden.

Auch passierte ein neues Gesetz gegen Menschenhandel den Bundesrat, das unter anderem die Strafbarkeit von Freiern regelt. Ihnen drohen Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren. Zu bis zu zehn Jahren Haft können Zuhälter und Menschenhändler verurteilt werden, die jemanden unter Ausnutzung einer Zwangslage oder Hilflosigkeit beziehungsweise durch Gewalt zur Prostitution veranlassen.

Außerdem machte der Bundesrat den Weg frei für die Ratifizierung des Pariser Klimaschutzabkommens. Dieses sieht eine Begrenzung der Erderwärmung auf möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter vor.

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KOMMENTARE

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Demokratiezukunft2016 23.09.2016 • 21:42 Uhr

@ gisbert100 (20:58): Sie haben von Tuning keine Ahnung

hi gisbert100 Zuerst mal: du scheinst vom Fahrzeug-Tuning absolut keine Ahnung zu haben, was alles Tuning ist. Denn: Tuning bedeutet nicht nur schneller machen, Tuning bedeutet auch Innenausstattung zu verbessern: -> andere Sitze -> bessere Lautsprecher -> sonstiges an Zubehör -> Tieferlegen -> Umlackieren -> sonstiges Von daher: diese Tuner sind echte Profis und keine Amateure. Und warum wollen Sie dann bitte das Tuning verbieten?? Und warum wollen Sie solche Firmen: als auch die herstellereigenen Tochterunternehmen von BMW, Mercedes, Volkswagen, Opel (z. B. AMG, OPC) vom Markt verschwinden. schließen und damit Arbeitsplätze zerstören?? Was soll dass denn bitte... Und abschließend zu dem hier: Werden trotzdem noch Rennen veranstaltet, Autos konfiszieren, Führerschein auf Lebenszeit entziehen. Das ist grundgesetzwidrig (Artikel 14 GG) und eu-rechtswidrig (EU-Grundrechte-Charta Artikel 17)!!