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TV-Duell Das sagt der Polit-Coach

Stand: 04.09.2017 12:11 Uhr

Kanzlerin Merkel hat sich beim TV-Duell durchgesetzt und schuf durch ihre Worte ein "Wir"-Gefühl. Herausforderer Schulz zeigte sich zwar als Macher, ließ sich aber leicht ablenken und verhedderte sich, analysiert Coach Christian Skibbe im Interview mit tagesschau24.

Um sich in einer Debatte zu behaupten, ist es nicht nur wichtig, was man sagt, sondern wie es gesagt wird. Und da konnte sich im Fernsehduell Bundeskanzlerin Angela Merkel gegenüber ihrem Herausforderer Martin Schulz behaupten, sagt Christian Skibbe. Der Coach schult sonst Manager und Politiker für Reden und öffentliche Auftritte.

Merkel wisse, dass sie Herrin im Haus sei und das habe sie durchgesetzt, erklärt er im Interview mit tagesschau24. Die Kanzlerin habe sich durchgesetzt. Sie gebe den Menschen das, was diese erwarten, nämlich Sicherheit und Beständigkeit. Das sei ihr vor allem über die Sprache gelungen: Sie habe oft Wörter wie "wir", "gemeinsam" und "zusammen" genutzt, um ein Gemeinschaftsgefühl beim Zuschauer zu erzielen.

Angela Merkel und Martin Schulz | Bildquelle: dpa
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Mit Gesten überzeugen: Merkel und Schulz beim TV-Duell

Schulz ließ sich ablenken und unterbrechen

Schulz habe starke Momente gehabt, aber er habe durch zu lange Sätze länger als Merkel gebraucht, seine Botschaft darzustellen. Er habe sich zu oft verheddert, ließ sich auf Zahlen festlegen und verlor sich in Details. Dadurch sei er zu wenig auf die eigene Agenda zu sprechen gekommen. Außerdem sei er insgesamt zu defensiv gewesen: "Er fragte nach dem Rederecht, ließ sich ablenken, unterbrechen. Das wirkt weniger stark, als er könnte", erklärt Skibbe.

Pluspunkte für Schulz: Er wusste, dass er als Herausforderer angreifen und liefern müsse und das habe er getan, sagt Skibbe. Er zeigte sich als Macher mit klarer Kante, aber auch als jemand, der den Menschen nah sein möchte.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 04. September 2017 um 11:00 Uhr.

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