Grünen-Spitzenkandidatin Göring-Eckardt spricht auf dem Sonderparteitag in Berlin. | dpa

Parteitag der Grünen Erst Platz drei - dann mitgestalten

Stand: 17.09.2017 14:03 Uhr

Für sie geht es um eine "Richtungsentscheidung": Eine Woche vor der Bundestagswahl haben die Grünen mit ihrem Parteitag den Endspurt im Wahlkampf eingeläutet. Spitzenkandidatin Göring-Eckardt teilte noch einmal in alle Richtungen aus und bekräftigte das Ziel der Regierungsbeteiligung.

Eine Woche vor der Bundestagswahl haben die Grünen ihren Anspruch aufs Mitregieren untermauert. "Zwölf Jahre Rückschritt - das reicht jetzt", sagte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt auf dem Bundesparteitag in Berlin mit Blick auf das Ende von Rot-Grün 2005. Eine weitere große Koalition würde Deutschland nicht gut tun, Schwarz-Gelb sei eine Gefahr für den Fortschritt im Lande. Die Spitzenkandidaten Göring-Eckardt und Cem Özdemir warben in Berlin für eine "Richtungsentscheidung" und eine Regierungsbeteiligung der Grünen als drittstärkste Kraft im Bundestag.

Punkten wollen sie auf den letzten Metern mit Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit. Göring-Eckardt appellierte an die Delegierten, noch einmal alles zu geben. Sieben Tage vor der Wahl sei noch nichts entschieden. "Bei dieser Wahl geht es darum, dass wir umsteuern." Göring-Eckardt warnte vor weiteren vier Jahren des "Aussitzens und Stillstands" unter einer großen Koalition sowie Rückschritten durch ein schwarz-gelbes Bündnis aus Union und FDP. Es gehe darum, den Mut zu haben, "endlich auch im Bund das Land mitzugestalten". Die Grünen sind derzeit an zehn Landesregierungen beteiligt.

Schulz betreibe "Politikdumping"

Dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz hielt sie vor, einen "Blankoscheck" für die Neuauflage der großen Koalition ausgestellt zu haben: "Was Sie da machen, ist Politikdumping, Herr Schulz!" Zugleich rief sie dazu auf, dem "Hass und der Hetze" der AfD Paroli zu bieten.

Auch gegenüber der FDP verschärfen die Grünen im Wahlkampf-Endspurt noch einmal den Ton: Göring-Eckardt warf den Liberalen Realitätsverweigerung vor. Sie würden am Verbrennungsmotor festhalten und die Kohlelobby unterstützen. Zudem wolle die Partei den Mindestlohn durchlöchern und die Leiharbeit ausbauen.

Dabei wäre nach jetzigem Stand der Umfragen ausgerechnet ein Jamaika-Bündnis, also mit Union und FDP, eine der wenigen Regierungsoptionen für die Grünen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. September 2017 um 13:15 Uhr.