Ralph Brinkhaus und Angela Merkel  | Bildquelle: ALEXANDER BECHER/EPA-EFE/REX/Shu

CDU-Parteivorsitz Brinkhaus unterstützt Wiederwahl Merkels

Stand: 28.09.2018 11:34 Uhr

Der neue Unionsfraktionsvorsitzende Brinkhaus spricht sich für eine weitere Kandidatur Merkels als Parteivorsitzende aus. Der konservative Flügel der Partei kritisiert hingegen ihre Kandidatur.

Der neue Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ralph Brinkhaus, hat sich für eine Wiederwahl von Kanzlerin Angela Merkel als CDU-Parteichefin im Dezember ausgesprochen. "Ich gehe davon aus, dass sie antritt, und würde das auch befürworten", sagte der CDU-Politiker dem Magazin "Focus" mit Blick auf den CDU-Bundesparteitag, auf dem das Führungspersonal der Partei erneut zur Wahl steht.

Merkel sei erfolgreich in der Außenpolitik, engagiere sich für Zukunftsthemen und wolle, dass Deutschland vorankomme. "Dafür braucht eine Regierungschefin auch den Rückhalt der Partei", fügte Brinkhaus hinzu. Merkel selbst hatte am Donnerstagabend bei einer öffentlichen Veranstaltung in Augsburg gesagt, dass sie erneut für den Parteivorsitz kandidieren werde. Sie sei nicht amtsmüde.

Ralph Brinkhaus | Bildquelle: dpa
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CDU-Fraktionsvorsitzender Ralph Brinkhaus sagte, dass er voll hinter Angela Merkel stehe.

Stärkere Profilierung der Fraktion

Brinkhaus bekräftigte, dass seine Wahl zum Fraktionschef nicht als Misstrauensvotum gegen die Kanzlerin und CDU-Vorsitzende zu werten sei. Der Finanzexperte hatte sich am Dienstag gegen den von der Kanzlerin unterstützten, längjährigen Vorsitzenden Volker Kauder durchgesetzt. Brinkhaus hatte eine stärkere Profilierung der Fraktion auch gegen die Bundesregierung angekündigt. "Im Übrigen stehe ich voll hinter Angela Merkel", sagte er dem "Focus".

Kritik aus der Werteunion

Der konservative Unionsflügel hingegen kritisierte die Ankündigung von Kanzlerin Merkel, sich auf dem CDU-Parteitag im Dezember als Parteivorsitzende zur Wiederwahl zu stellen. "Es wäre im Interesse der CDU und Deutschlands besser, wenn sie den Weg für die dringend notwendige personelle und inhaltliche Erneuerung selbst freimacht und nicht mehr als Parteivorsitzende antritt", sagte der Vorsitzende der Werteunion, Alexander Mitsch, der Nachrichtenagentur AFP.

"Frau Merkel sollte die Konsequenzen aus den von ihr gemachten Fehlern, insbesondere in der Asylpolitik, und den daraus resultierenden schlechten Umfragewerten ziehen", forderte Mitsch. "Dies wäre eine Chance, den konservativen und wirtschaftsliberalen Flügel der Partei wieder zu integrieren."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. September 2018 um 12:00 Uhr in den Nachrichten.

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