Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit einem Rettungsboot auf dem Rhein. | Bildquelle: dpa

DLRG-Bilanz Weniger Badetote - außer im August

Stand: 17.09.2020 11:02 Uhr

Seit Jahresbeginn sind laut DLRG mehr als 300 Menschen in Deutschland bisher im Wasser ums Leben gekommen - etwas weniger als noch im Vorjahreszeitraum. Allerdings gab es besonders im August so viele Tote wie seit Jahren nicht.

In Deutschland sind im laufenden Jahr weniger Menschen ertrunken, doch die Zahl bleibt hoch. In deutschen Gewässern starben in den ersten acht Monaten mindestens 329 Menschen - 20 weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Das teilte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft in Bad Nenndorf mit.

117 Tote allein im August

Während der Sommer im Juni und Juli etwas verhaltener gewesen sei, seien im August mit 117 so viele Menschen ertrunken - das war die Höchstzahl an Badetoten seit 17 Jahren. Im vergangenen August starben 45 Menschen beim Baden in Gewässern. Selbst im heißen Sommer 2018 hatte es mit 110 Ertrunkenen etwas weniger Todesfälle im Hochsommermonat August gegeben. Zuletzt hatte die Zahl der Badetoten im Jahr 2003 höher gelegen, damals ertranken 129 Menschen im August.

"Sobald es heiß wird, gehen die Leute - oft zu sorglos - ins Wasser", warnte DLRG-Präsident Achim Haag. "Die Ursachen sind wie so oft Leichtsinn, Überschätzen der eigenen Leistungsfähigkeit, eine zu hohe Risikobereitschaft und insbesondere das Schwimmen in unbewachten Gewässern."

Rettungsautos stehen nach einem Badeunfall an einem See | Bildquelle: dpa
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Unfallschwerpunkt ist laut DLRG nicht das Meer, sondern nach wie vor sind es Seen und Flüsse.

Viele tödliche Badeunfälle in Bayern

Weil zahlreiche Schwimmbäder coronabedingt geschlossen hatten, hätten sich viele Menschen Alternativen im Freien gesucht. Die meisten tödlichen Badeunfälle gab es mit 68 Opfern in Bayern, 12 weniger als im Vorjahreszeitraum. In Nordrhein-Westfalen gab es 41 Opfer zu beklagen, 13 weniger als im Vergleichszeitraum. In Niedersachsen waren es ebenfalls 41 und damit so viele wie im Vorjahreszeitraum. Es starben zumeist Männer, ihr Anteil an den Todesfällen lag bei fast 80 Prozent.

Selbstüberschätzung, Leichtsinn und oftmals auch Alkohol seien die Gründe. Vergleichsweise hoch ist die Zahl der Todesfälle bei den Vor- und Grundschulkindern: In der Altersklasse bis zehn Jahre starben 22 Kinder - wie im Vorjahr.

Seen und Flüsse Unfallschwerpunkte

Unfallschwerpunkte sind nach wie vor Seen und Flüsse, in den meist unbewachten Binnengewässern sind in diesem Jahr bislang 287 Menschen ertrunken - wie im Vorjahr seien das rund 85 Prozent der Todesfälle. Dagegen seien die Küsten von Nord- und Ostsee weiter vergleichsweise sicher, erklärte Haag. Dort wachten Rettungsschwimmer von Mitte Mai bis Mitte September an fast 90 Stationen zwischen Borkum und Usedom über die Sicherheit an den Stränden.

Trotz vieler Besucher an den Küstengewässern sei die Zahl der Ertrunkenen dort im Vergleich mit den Vorjahren gesunken: Im Meer ertranken demnach bis Ende August 18 Menschen - in der Nordsee waren es vier, in der Ostsee 14 Menschen. Insgesamt gab es an der Küste damit vier Badetote weniger als 2019. Die Zahl der Ertrunkenen in Schwimmbädern sank von neun auf sechs.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. September 2020 um 10:30 Uhr in den Nachrichten.

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