Kippa | dpa

Studie "Jeder vierte Deutsche denkt antisemitisch"

Stand: 24.10.2019 12:10 Uhr

Der Jüdische Weltkongress warnt vor einem zunehmenden Antisemitismus in Deutschland. Die Organisation hat eine repräsentative Umfrage durchgeführt mit dem Ergebnis: Viele Deutsche stimmen antisemitischen Aussagen zu.

Jeder vierte Deutsche hegt laut einer Studie des Jüdischen Weltkongresses antisemitische Gedanken. Befragt wurden 1300 Frauen und Männer. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, äußerten 41 Prozent von ihnen die Meinung, Juden redeten zu viel über den Holocaust. Auch Aussagen wie Juden hätten zu viel Macht in der Wirtschaft oder trügen die Verantwortung für die meisten Kriege auf der Welt seien auf relativ große Zustimmung gestoßen. Fast die Hälfte (48 Prozent) ist der Meinung, Juden verhielten sich loyaler zu Israel als zu Deutschland.

Der wachsende Antisemitismus wird wahrgenommen

Einen wachsenden Antisemitismus nehmen fast zwei Drittel (65 Prozent) der Deutschen wahr. Diesen bringen sie mit dem Erfolg rechtsextremer Parteien in Verbindung. Zugleich wachse aber auch die Bereitschaft der Deutschen, gegen Antisemitismus vorzugehen. Ein Drittel aller Befragten würde nach eigenen Angaben dagegen auf die Straße gehen. Etwa 60 Prozent räumten ein, dass Juden einem Gewaltrisiko oder hasserfüllten Verbalangriffen ausgesetzt seien.

Jüdischer Weltkongress: "Deutschland hat einmalige Verpflichtung"

"Antisemitismus hat in Deutschland einen Krisenpunkt erreicht", sagt der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder. Wenn sich mehr als ein Viertel der Gesellschaft mit Antisemitismus identifiziere, sei es an der Zeit für die restlichen drei Viertel, Demokratie und tolerante Gesellschaften zu verteidigen. Deutschland habe eine einmalige Verpflichtung, die Rückkehr von Intoleranz und Hass zu verhindern. Der Jüdische Weltkongress ist die Dachorganisation jüdischer Gemeinden und Organisationen aus mehr als 100 Ländern.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 24. Oktober 2019 um 11:45 Uhr.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

avatar
Anderes1961 24.10.2019 • 19:35 Uhr

@deutlich

" Am 24. Oktober 2019 um 19:25 von deutlich fathaland slim 19.02 na, da gibt es z.B. die berüchtigte Sure 9.5 "wenn aber die Schutzmonate abgelaufen sind, packt und erschlagt die Frevler wo ihr sie findet...."gut, richtet sich nicht nur gegen Juden sondern gegen Andersgläubige allgemein, ist aber alles andere als friedlich formuliert und nachdem Juden in der arabischen Nachbarschaft häufiger sind, sind das die ersten Betroffenen gewesen" Halten Sie die von mir schon angesprochenen Geschichten von der Sintflut, oder Sodom und Gomorra, und all die anderen Geschichten für "friedlich formuliert?". Es ist immer eine Frage der Exegese. Und die Texte von damals, ob in der Bibel oder im Koran, muß man im jeweiligen zeitlichen Kontext betrachten, um sie zu verstehen, vor allem um sie nicht mißzuverstehen. Und man sollte auch nicht einzelne Verse aus dem Zusammenhang reißen, ergibt ebenso ein falsches Bild. Ob Bibelverse, oder die Verse der Koransuren. Man muß sie im gesamten Kontext sehen.