Rheinland-Pfalz, Mainz: Ein Mitarbeiter des Unternehmens Biontech hält ein Fläschen mit Corona-Impfstoff in der Hand. | dpa

Ethikrat zur Corona-Pandemie Mit Promis für die Impfung werben

Stand: 18.12.2020 23:25 Uhr

Die Vorsitzende des Ethikrates, Buyx, hofft, dass sich möglichst viele Menschen gegen Corona impfen lassen. Dazu bringt sie im tagesthemen-Interview eine Impfkampagne mit Prominenten ins Spiel.

Es dürfte nur noch eine Frage von Tagen sind, bis auch in Deutschland die ersten Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht werden können. Der neue Corona-Impfplan sieht zunächst die Impfung von Alten und Pflegebedürftigen vor.

Aber: Längst nicht jede und jeder will sich auch impfen lassen. Zwar ist eine Mehrheit Umfragen zufolge zum Impfen bereit, aber jeder Dritte will sich voraussichtlich nicht impfen lassen.

Nicht nur kalte Fakten

Die Vorsitzende des Ethikrates Alena Buyx sprach sich in den tagesthemen dafür aus, weiter aufzuklären und das ganze Verfahren um Entwicklung und Zulassung der Impfstoffe transparent zu gestalten. Es müssten aber auch nicht nur die kalten Fakten präsentiert, sondern auch Erfolge hervorgehoben werden, so Buyx.

Dazu könnte sie sich eine Impfkampagne mit älteren Prominenten vorstellen, die zu der Gruppe der über 80-Jährigen gehören, die zuerst geimpft werden - etwa ein Schauspieler oder eine Schauspielerin.

Als Beispiel für ein vergleichbares Vorgehen nannte sie Elvis: Er hatte sich 1956 öffentlichkeitswirksam vor einem Auftritt gegen Polio impfen lassen. Innerhalb von wenigen Monaten folgten Hunderttausende Jugendliche in den USA seinem Beispiel.

Mit Primel-Symbol für den Impfschutz

Italien hat schon eine Idee für seine nationale Impfkampagne: Dort soll eine große Werbeaktion mit der Primel als Symbol anlaufen. Die Werbekampagne steht unter dem Motto: "Italien wird mit einer Blume wiedergeboren." Im Radio, Fernsehen und im Internet soll getrommelt werden. Italien will zudem 1500 ähnlich wie eine Blume geformte Pavillons auf vielen Plätzen aufbauen. Mitte Januar will das Land mit den Impfungen beginnen.

Primel Impfkampagne Italien | dpa

Illustration der nationalen Corona-Impfkampagne Italiens mit der Primel als Symbol Bild: dpa

Impfen ist "Weg normaler leben zu können"

In Deutschland setzt man bisher eher auf Fakten als auf Emotionen. Fakt ist laut Buyx auch, dass niemand länger als nötig in der Pandemie leben möchte. Zu dem Impfplan von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte sie, die zentrale Organisation sei wichtig: Nur so könne alles pragmatisch und gerecht organisiert werden.

Klar sei aber auch, "dass man natürlich nicht warten muss, bis die allerletzte Person aus der ersten Prioritätsgruppe geimpft ist, bevor man schon beginnt, die Nächsten zu impfen, da kann man schon etwas überlappen."

Scheitern ist keine Option

UN-Generealsekretär António Guterres hatte zuletzt eindringlich vor dem Scheitern einer weltweiten Impfkampagne gegen das Coronavirus gewarnt: Im Interview mit "Zeit Online" sagte er, es sei wichtig, die Skepsis in Teilen der Bevölkerung vor einer Impfung zu reduzieren: "Die Impfungen werden nicht verpflichtend sein. Und wir wissen, dass in sozialen Medien eine große Kampagne läuft, um die Menschen von einer Impfung abzuschrecken".

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 18. Dezember 2020 um 21:55 Uhr.