Hände mit einer Affenpocken-Impfstoffflasche und einer Spritze | REUTERS

STIKO-Empfehlung zu Affenpocken Gefährdete sollen sich impfen lassen

Stand: 09.06.2022 15:20 Uhr

Bestimmte Personengruppen haben ein höheres Risiko, sich mit Affenpocken anzustecken. Sie sollten sich impfen lassen, empfiehlt nun die Ständige Impfkommission. Ein Impfstoff sei in der EU zugelassen und verfügbar.

Gefährdeten Gruppen empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO), sich gegen Affenpocken impfen zu lassen. Zu den gefährdeten Personenkreisen gehören demnach Menschen ab 18 Jahren, die engen körperlichen Kontakt zu Infizierten hatten, Laborpersonal, das ohne Schutzausrüstung mit Proben von Infizierten zu tun hatte und Männer, die gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte mit wechselnden Partnern haben.

Grund für letztere Empfehlung ist laut der STIKO, dass die rund 130 Affenpockenfälle in Deutschland bislang ausschließlich bei homosexuellen Männern aufgetreten seien und diese Gruppe deshalb besonders geschützt werden solle. Prinzipiell ist das Übertragungsrisiko für Heterosexuelle, die Sex mit Infizierten haben, aber genauso groß.

Als "enger körperlicher Kontakt" wird Sex, aber auch der Umgang im gemeinsamen Haushalt gewertet, sowie längerer Aufenthalt nahe eines Infizierten mit weniger als einem Meter Abstand, etwa bei Gesprächen. Menschen, auf die diese Kriterien zutreffen, sollten sich möglichst binnen 14 Tagen nach dem Kontakt impfen lassen.

Affenpocken | Institute of Tropical Medicine Antwerp/dpa

Ein vom Institute of Tropical Medicine Antwerp zur Verfügung gestelltes Foto zeigt Hautsymptome von Affenpocken-Patienten. Infektionen mit dem Virus werden mittlerweile aus immer mehr Ländern gemeldet. Bild: Institute of Tropical Medicine Antwerp/dpa

Empfehlung noch vorläufig

Die Empfehlung der STIKO ist vorläufig und muss noch ein sogenanntes Stellungnahmeverfahren mit den Bundesländern und beteiligten Fachkreisen durchlaufen.

Die Impfung kann laut STIKO mit dem Pockenimpfstoff Imvanex erfolgen, der in der EU zugelassen ist. Für die Grundimmunisierung seien zwei Impfungen in etwa vier Wochen Abstand nötig. Wer schon früher eine Pockenimpfung bekommen hat, brauche nur eine Impfung.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach nannte die STIKO-Empfehlung auf Twitter angesichts steigender Fallzahlen eine "gute Nachricht". Der Impfstoff stehe ab 15. Juni bereit, ein Konzept werde gerade vorbereitet.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 09. Juni 2022 um 15:00 Uhr.