AfD-Chef Jörg Meuthen | Bildquelle: OMER MESSINGER/EPA-EFE/REX

Richtungsstreit in der AfD Meuthen will "Flügel" offenbar auflösen

Stand: 20.03.2020 15:00 Uhr

AfD-Chef Meuthen will den rechtsextremen "Flügel" der Partei offenbar auflösen. Der Vorschlag stieß in einer Vorstandssitzung nicht nur auf Zustimmung, wie das ARD-Hauptstadtstudio aus Parteikreisen erfuhr.

Der AfD-Bundesvorstand berät über eine mögliche Auflösung des vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften "Flügels". Nach übereinstimmenden Medienberichten kam bei einem Treffen ein entsprechender Vorschlag von Parteichef Jörg Meuthen. Tino Chrupalla, Co-Parteichef, und Alexander Gauland, Ehrenvorsitzender der Partei, sprachen sich nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios allerdings gegen den Vorschlag aus.

Die Fraktionsvorsitzende Alice Weidel will als Gegenvorschlag offenbar zunächst das Treffen des "Flügels" am Wochenende abwarten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa sieht Meuthens Vorschlag die Auflösung des "Flügels" bis zum Monatsende vor. Der Vorschlag stieß im Parteivorstand auch auf Zustimmung.

Verfassungsschutz erklärte "Flügel" zum Beobachtungsfall

Vor dem Vorstandstreffen in Berlin hatten mehrere Spitzenfunktionäre westlicher AfD-Landesverbände gefordert, Maßnahmen gegen den "Flügel" zu ergreifen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hatte vergangene Woche erklärt, dass der rechtsextreme "Flügel" der AfD nun beobachtet werde.

Der "Flügel" sei eine "erwiesen extremistische Bestrebung", die sich gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung richte. Die beiden wichtigsten Führungspersönlichkeiten des "Flügels", der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke und Brandenburgs AfD-Landeschef Andreas Kalbitz, seien Rechtsxtreme.

Wachsender Widerstand innerhalb der Partei

Etliche parteiinterne Kritiker des "Flügels" befürchten, dass die gesamte AfD demnächst vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall eingestuft werden könnte. Sie argumentieren, da der "Flügel" keine formale Mitgliedschaft kenne, sei die Abgrenzung zur Gesamtpartei schwierig.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. März 2020 um 20:00 Uhr.

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