AfD-Sprecher Bernd Lucke

AfD-Gründer Lucke droht mit Austritt Ein "Weckruf" als Kampfansage

Stand: 18.05.2015 16:29 Uhr

Ein "Weckruf" als letzte Chance vor dem Parteiaustritt: AfD-Gründer Lucke plant den Befreiungsschlag. Doch wie viele ihm auf seinem Weg folgen, ist schwer abzusehen. Luckes Ziel: den rechten Flügel um Co-Chefin Petry zu isolieren.

Die schweren Flügelkämpfe an der Spitze der "Alternative für Deutschland" (AfD) steuern auf einen neuen Höhepunkt zu. Parteigründer Bernd Lucke, der zum wirtschaftsliberalen Flügel gehört, plant den Befreiungsschlag. Mit einem "Weckruf" an die Mitglieder will er versuchen, den rechten Flügel der Partei zu isolieren. Die Unterzeichner der Initiative, darunter auch der zurückgetretene Parteivize Hans-Olaf Henkel, appellieren an die Gegner des nationalkonservativen Flügels: "Treten Sie nicht aus, sondern schließen Sie sich unserer Initiative an."

Showdown auf dem Parteitag im Juni?

Damit wollen Lucke und seine Mitstreiter ausloten, wie groß ihr Rückhalt in der Partei noch ist. Sollte sich dabei herausstellen, dass die Rechten schon die Oberhand gewonnen haben, wird die Gruppe um Lucke nach dem Bundesparteitag im Juni in Kassel aus der AfD austreten und möglicherweise eine eigene Partei gründen.

Lucke wirft dem nationalkonservativen Flügel unter anderem vor, sich nicht eindeutig von der rechtsextremen NPD abzugrenzen. Die Vorstandswahl beim Parteitag hat er zur Richtungsentscheidung erklärt.

Sachsens AfD-Spitzenkandidatin Petry.
galerie

Luckes Gegenspielerin: Frauke Petry aus Sachsen

Luckes wichtigste Gegenspielerin ist zurzeit die Co-Vorsitzende Frauke Petry. Die Chefin des sächsischen Landesverbandes zeigt mehr Verständnis als er für die rechtsnationalen Kräfte in der Partei.

Dem Lager der Lucke-Anhänger gehören unter anderem der Vorsitzende des AfD-Landesverbandes in Baden-Württemberg, Bernd Kölmel, und der ehemalige Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel, an.

Mehr zum Thema

Darstellung: