Die AfD-Kandidatin für die Bundestagsvizepräsidentschaft, Mariana Harder-Kühnel, vor der Verkündung der Wahlergebnisses im Bundestag. | Bildquelle: dpa

AfD-Kandidatin Harder-Kühnel fällt als Bundestagsvize durch

Stand: 29.11.2018 19:02 Uhr

Die AfD-Kandidatin für das Amt des Bundestags-Vizepräsidentin hat bei der Wahl die nötige Mehrheit verfehlt. Im Dezember soll ein weiterer Wahlgang stattfinden.

Mariana Harder-Kühnel hat bei der Wahl zur Bundestags-Vizepräsidentin nicht die erforderliche Mehrheit erhalten. Damit ist auch ein Jahr nach der Bundestagswahl noch immer kein Stellvertreter von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble aus den Reihen der AfD bestimmt.

Harder-Kühnel bekam im ersten Wahlgang im Bundestag nur 223 von 654 abgegebenen Stimmen, 387 Abgeordnete stimmten gegen sie. Zuvor hatte die SPD angekündigt, geschlossen gegen Harder-Kühnel zu stimmen - die CSU hatte ihren Abgeordneten die Abstimmung freigegeben.

Die Sitzung wurde nach der Bekanntgabe des Ergebnisses unterbrochen, die Fraktion der AfD zog sich zu Beratungen zurück.

Harder-Kühnel bietet anderen Parteien Gespräche an

"Es hat jetzt im ersten Wahlgang nicht ganz gereicht, aber wir haben ja noch mindestens zwei Wahlgänge vor uns", sagte sie. "Ich denke, dass ich letztendlich auch gewählt werde." Sie bot den anderen Parteien direkte Gespräche an, um Zweifel aus dem Weg zu räumen.

AfD-Chef Alexander Gauland kündigte an, ein zweiter Wahlgang solle im Dezember stattfinden, ein dritter gegebenenfalls im Januar.

Ursprünglicher Kandidat Glaser durchgefallen

Der ursprüngliche Kandidat der AfD, Albrecht Glaser, war in drei Wahlgängen nacheinander durchgefallen. Viele Abgeordnete hatten Anstoß an seinen islamfeindlichen Positionen genommen. Bundestagspräsident Schäuble hatte daraufhin die Partei aufgefordert, einen anderen Kandidaten zur präsentieren.

Harder-Kühnel war auf dem Spitzenplatz der hessischen Landesliste in den Bundestag eingezogen. Sie ist eine der Schriftführerinnen im Bundestag und Mitglied im Familienausschuss. Außerdem ist sie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Inneres und Heimat.

Gegen ihre Person seien im Vorfeld "keinerlei Bedenken geltend gemacht" worden, sagte die Rechtsanwältin.

Über dieses Thema berichtete am 29. November 2018 NDR Info um 19:45 Uhr in den Nachrichten und die tagesschau um 20:00 Uhr.

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