Polizeibeamte begleiten einen Afghanen auf dem Flughafen Leipzig-Halle in ein Charterflugzeug. | Bildquelle: dpa

Angaben der Bundespolizei 71 Polizisten bei Abschiebungen verletzt

Stand: 04.08.2019 09:12 Uhr

Im vergangenen Jahr wurden mehr als 23.000 Menschen aus Deutschland abgeschoben. Dabei kam es nach Angaben der Bundespolizei immer wieder zu Gewalt gegen Beamte, 71 Polizisten seien verletzt worden.

Bei Abschiebeflügen sind im vergangenen Jahr 71 Bundespolizisten verletzt worden. Das schreibt die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Angaben der Bundespolizei. Die "Art oder Schwere der Verletzung" wird demnach nicht erfasst. Insgesamt habe es 284 Angriffe auf die Beamten gegeben, dies seien zehn mehr als 2017.

Diese Statistik erfasst nur Widerstand bei den Abschiebeflügen selbst. Für die "Abholung und Zulieferung" der Ausreisepflichtigen sei die jeweilige Landespolizei zuständig.

Gewalt an der "Tagesordnung"

Ernst Walter, der Vorsitzende der Bundespolizeigewerkschaft, sagte der Zeitung, "Tritte, Schläge und Kopfstöße durch Abzuschiebende" seien an der "Tagesordnung". Zu schweren Verletzungen komme es meist nicht, weil die speziell ausgebildeten Beamten damit umzugehen wüssten, so Walter.

Der CDU-Innenpolitiker Armin Schuster bezeichnete den Widerstand gegenüber der "WamS" als heftig. "Mir berichten permanent Bundes- und Landespolizisten, das Widerstandsverhalten wirke einstudiert. Wenn das einstudierte Beißen, Treten und Vollkoten damit belohnt wird, dass eine Abschiebung abgebrochen wird, dann nimmt die Gewalt und damit die Verletzungsgefahr zu." Fluggesellschaften und ihre Piloten entschieden dann oft, einen Abzuschiebenden nicht mitzunehmen.

Abschiebungen (häufige Zielländer)
Zielland20182017
Albanien22143471
Serbien14792374
Kosovo12592772
Georgien1128698
Russland10751003
Mazedonien10551544
Irak1017k.A.
Afghanistan949524
Quelle: bpb

Mehr als 23.000 Abschiebungen

Nach Statistiken des Bundesinnenministeriums wurden 2018 insgesamt 1637 Abschiebungen "aufgrund von Widerstandshandlungen" am Flughafen abgebrochen, wie die Zeitung berichtet.

Im vergangenen Jahr wurden laut der Bundeszentrale für politische Bildung 23.617 Menschen aus Deutschland abgeschoben. Sie wurden vor allem in ihre Heimatländer Albanien, Serbien, Kosovo und Mazedonien gebracht. Es wurden aber auch irakische und afghanische Staatsangehörige aus Deutschland abgeschoben bzw. in andere EU-Staaten nach der sogenannten Dublin-Verordnung überstellt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. August 2019 um 08:00 Uhr in den Nachrichten.

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