Der Spitzenkandidat der CDU für die Europawahl, David McAllister, auf der Wahlparty in Berlin.

Vorläufiges Endergebnis für Deutschland Union bleibt trotz Verlusten vorn

Stand: 26.05.2014 02:54 Uhr

Die Union hat trotz Verlusten die Europawahl in Deutschland gewonnen. Sie verlor 2,6 Prozentpunkte und holte laut vorläufigem amtlichen Endergebnis 35,3 Prozent der Stimmen. Die Verluste gehen überwiegend auf das Konto der CSU, die 1,9 Prozentpunkte verlor (CDU: minus 0,7). Für den Freistaat Bayern bedeutet das, dass nur noch 40,5 Prozent der Wahlberechtigten dort ihre Stimme der CSU gegeben haben. Bei der Europawahl vor fünf Jahren hatte sie dort noch 48,1 Prozent erzielt.

Die SPD gewinnt erstmals bei Europawahlen kräftig hinzu und kommt auf 27,3 Prozent - 6,5 Prozentpunkte mehr als bei der Wahl 2009. Damals hatte sie allerdings ihr bisher schlechtestes Ergebnis eingefahren. Die Sozialdemokraten um ihren deutschen Spitzenkandidaten Martin Schulz liegen damit besser als bei der Bundestagswahl. Wie populär er ist, zeigt sich am Wahlergebnis der SPD in Schulz' Heimatstadt Würselen bei Aachen: Dort kam die SPD auf 51,6 Prozent.

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Zahlen und Umfragen zur Europawahl

FDP stürzt ab

Drittstärkste Kraft werden die Grünen mit 10,7 Prozent (minus 1,4). Ebenfalls im Parlament vertreten ist die Linkspartei mit 7,4 Prozent (minus 0,1). Die FDP büßt wie schon bei der Bundestagswahl erneut massiv ein - minus 7,6 Prozentpunkte - und kommt nur noch auf 3,4 Prozent.

AfD mit 7,0 Prozent

Erstmals im Europaparlament vertreten ist die europakritische Partei Alternative für Deutschland (AfD). Sie kam auf 7,0 Prozent. Zudem haben sieben kleine Parteien nach dem Wegfall der Sperrklausel den Sprung ins Europaparlament geschafft: Die Freien Wähler erreichen 1,5 Prozent, die Tierschutzpartei 1,2 Prozent und die Familienpartei 0,7 Prozent. Die ÖDP kommt auf 0,6 Prozent, die rechtsextreme NPD auf 1,0 Prozent. Die Piratenpartei erhält 1,4 Prozent. Auch die satirische Die Partei gewinnt mit 0,6 Prozent der Stimmen einen Sitz.

48,1 Prozent Wahlbeteiligung

Insgesamt waren in Deutschland gut 64 Millionen Menschen zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,1 Prozent. Die Wähler entschieden über die Vergabe von 96 Sitzen im künftigen Europaparlament - womit Deutschland die meisten Abgeordneten aller EU-Mitgliedsländer stellt. Bereits im Vorfeld ließ sich absehen, dass Deutschland künftig im Europaparlament von mehr Parteien vertreten sein wird als je zuvor. Denn erstmals galt für die Europawahl keine Sperrklausel, wie sie etwa bei Bundestagswahlen in Form einer Fünf-Prozent-Hürde gilt. Diese Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts bedeutete, dass eine Partei auch schon mit relativ wenigen Stimmen einen Parlamentssitz gewinnen konnte.

Europaweit waren dieses Mal rund 400 Millionen Menschen aus 28 Ländern wahlberechtigt.