Venezuelas Präsident Maduro

Energiekrise in Venezuela Maduro verlängert Ausnahmezustand

Stand: 14.05.2016 09:11 Uhr

Die Krise in Venezuela spitzt sich zu: Präsident Maduro hat den Ausnahmezustand um weitere drei Monate verlängert. Wegen der Energieknappheit läuft der Staatsbetrieb seit Monaten auf Sparflamme. Beamte und Schüler bekommen frei, die Stromversorgung wird täglich stundenlang gekappt.

Angesichts der Energiekrise in Venezuela verlängert Präsident Nicolás Maduro den "Wirtschaftsausnahmezustand" zunächst um drei weitere Monate. Er werde für die Monate Mai bis Juli ein neues Dekret unterzeichnen, kündigte der sozialistische Staatschef im Staatsfernsehen an. Die Maßnahmen würden aber "mit Sicherheit" auch noch für das kommende Jahr notwendig sein, sagte Maduro.

Maduro hatte ein erstes Dekret Mitte Januar für eine Dauer von 60 Tagen unterzeichnet und im März verlängert. Die das Parlament beherrschende Opposition verweigert dem Staatschef jedoch die Gefolgschaft und bestreitet sein Recht, derartige Maßnahmen zu ergreifen.

Fast täglich wird der Strom abgestellt

Wegen der Energiekrise wird mittlerweile mit Ausnahme von Caracas fast im ganzen Land täglich der Strom für mehrere Stunden abgestellt. Großverbraucher wie Hotels müssen seit Februar neun Stunden am Tag die Stromversorgung aus eigener Kraft sicherstellen. Einkaufszentren kürzten daraufhin ihre Öffnungszeiten. Staatsbedienstete und Schüler bekamen zusätzliche freie Tage. Zudem gehört das Land seit Mai einer neuen Zeitzone an, um von einer halben Stunde mehr Tageslicht zu profitieren.

Schlange stehen in Caracas, Bild vom 28.04.2016

Menschen warten am Supermarkt in der Schlange: Nahrungsmittel werden knapp

In Venezuela herrscht derzeit laut Regierung die schlimmste Dürre seit 40 Jahren. Die Wasservorräte in den 18 Talsperren reichen für die Energieerzeugung nicht aus. Das Ölförderland steckt zudem in einer tiefen Wirtschaftskrise. Die Konjunktur ist auf Talfahrt, die Inflation steigt und die Probleme bei der Versorgung der Menschen mit Alltagsgütern nehmen zu. Die Opposition macht Maduro für die Krise verantwortlich und will ihn mit einem Referendum aus dem Amt drängen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. Mai 2016 um 20:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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Inge Alba 14.05.2016 • 16:15 Uhr

Hinterhof?

Im Moment ist Südamerika der Hinterhof Russlands, so sieht es doch aus. Wäre ja schön, wenn die Amis sich etwas um Vzla. kümmern würden, tun sie aber leider nicht. Vzla. ist leider auch kein Brasilien, nein in Venezuela wird bereits mit härteren Bandagen gekämpft, wer aufmüpfig ist, verschwindet oder wird gleich über den Jordan geschickt. Vzla. hatte in der IV Republik auch seine grossen Schwächen, aber was jetzt dort abgeht ist kriminell, eine Horde von Irren regiert das Land. Und die Oberschicht / chavisten sonnt sich in Florida/ USA und verprasst dort seine Miliarden, die man vorher aus den Staatskassen geraubt hat, oder mit Drogengeschäften "erwirtschaftet" hat.