Donald Trump | dpa

Präsidentschaftswahl 2024 Wen schicken die Republikaner ins Rennen?

Stand: 02.01.2023 06:33 Uhr

Ex-Präsident Trump hat zwar angekündigt, das Amt erneut antreten zu wollen. Doch seine Partei könnte auch Konkurrent DeSantis zum Spitzenkandidaten für die Wahl 2024 nominieren - oder jemand ganz anderen.

Von Ralf Borchard, ARD-Studio Washington

Jubel wie am 15. November gab es für Donald Trump schon lange nicht mehr. An dem Tag verkündete Trump in seinem Privatanwesen Mar-a-Lago seine erneute Präsidentschaftskandidatur. Seit den Midterms, den Zwischenwahlen Anfang November, geht es für Trump Schritt für Schritt bergab.

Ralf Borchard ARD-Studio Washington

Viele der von ihm favorisierten Kandidaten hatten bei den Zwischenwahlen verloren. Prominente Geldgeber wandten sich von Trump ab. Die vielen Rechtsstreitigkeiten, in die er verwickelt ist, gipfelten in der Empfehlung des Untersuchungsausschusses zum Sturm auf das Kapitol, Trump anzuklagen.

"Wie ein verglühender Asteroid"?

Francis Rooney, Ex-Abgeordneter der Republikaner aus Florida, beschreibt Trumps Zustand im Radiosender NPR so: "Ich denke, er ist wie ein verglühender Asteroid. Sein Glanz verblasst. Es ist Zeit für eine neue Parteiführung, für neue Leute. Wir müssen nicht mehr die Last von Trumps Vergangenheit mit uns herumschleppen."

Favorit für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner ist für die meisten Trump-Kritiker Ron DeSantis. Der 44-Jährige, mit großem Abstand als Gouverneur von Florida wiedergewählt, hat seine Kandidatur noch nicht offiziell erklärt. DeSantis ließ aber schon wissen, es gebe noch viel zu tun und er habe gerade erst angefangen zu kämpfen.

DeSantis ähnlich weit rechts wie Trump

Inhaltlich steht DeSantis ähnlich weit rechtsaußen wie Trump. Der Politikwissenschaftler Michael Binder sagt im Sender NPR, DeSantis wolle die gleiche Politik wie Trump, "nur ohne dessen verrückte Kommentare und persönliche Attacken".

Allerdings, schränkt der Politikwissenschaftler ein: Noch habe sich DeSantis nicht auf nationaler Bühne bewiesen. "Er war bisher nicht besonders gut in Fernsehdebatten", sagt Binder. "Und in einem Stadion mit 20.000 Leuten blüht er auch nicht gerade auf."

Der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis (Archiv). | Getty Images via AFP

Ron DeSantis - hier am 19. November 2022 bei einem Treffen der Republican Jewish Coalition in Las Vegas - gilt unter den meisten Trump-kritischen Republikanern als Favorit. Bild: Getty Images via AFP

Denkbare Dritte: Pence, Haley, Hutchinson

Es gibt auch denkbare Dritte, die ins Kandidatenrennen der Republikaner einsteigen könnten. Ex-Vizepräsident Mike Pence etwa, die frühere UN-Botschafterin Nikki Haley, der Gouverneur von Arkansas, Asa Hutchinson.

John Kasich, Ex-Gouverneur von Ohio, meint im Fernsehsender CNN zu den parteiinternen Vorwahlen der Republikaner: "Ironischerweise ist es so: Je größer das Feld der Kandidaten ist, desto größer die Chance für Trump, das Rennen am Ende für sich zu entscheiden."

Warnung, Trump abzuschreiben

Auch andere Stimmen warnen davor, Trump schon abzuschreiben. Noch hat er einen harten Kern von Anhängern an der Parteibasis, noch hat er ein großes Netzwerk, viel Geld sowieso. Auch 2016 schien Trump zu Beginn der Vorwahlen chancenlos, am Ende schlug er alle anderen aus dem Feld.

DeSantis ist zweifellos der aufsteigende Stern bei den Republikanern. Doch Trump bleibt das unberechenbare, grell blinkende Irrlicht der US-Politik.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Dezember 2022 um 06:00 Uhr.