Runde der Außenminister zu russisch-ukrainischen Beratungen in Antalya  | EPA

Ukraine-Krieg Lawrow und Kuleba zu Gespräch in der Türkei

Stand: 10.03.2022 10:55 Uhr

In der Türkei hat das bisher hochrangigste Treffen von Vertretern Russlands und der Ukraine seit Beginn des Krieges stattgefunden. Die Außenminister Lawrow und Kuleba trafen sich zu einem Gespräch in Antalya.

Zum ersten Mal seit Kriegsbeginn haben die Außenminister Russlands und der Ukraine direkt miteinander gesprochen: Auf Initiative des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu trafen sich Sergej Lawrow und Dmytro Kuleba in in Antalya.

Vor Beginn der gemeinsamen Beratungen hatte Cavusoglu die beiden Minister getrennt empfangen. Kuleba wollte nach Angaben seines Ministeriums drei Hauptforderungen der Ukraine vortragen: "Einen sofortigen Waffenstillstand, eine Verbesserung der humanitären Lage in Mariupol, Charkiw, Sumy, Wolnowacha und anderen ukrainischen Städten, einen Rückzug der russischen Truppen aus der Ukraine".

Die genannten Städte stehen alle unter schwerem Beschuss der russischen Streitkräfte, viele Zivilisten sind dort eingeschlossen. In einem Facebook-Video hatte Kuleba am Mittwoch gesagt, dass er "begrenzte Erwartungen" und keine "großen Hoffnungen" auf einen Durchbruch bei den Verhandlungen mit Lawrow habe, da Russland weiterhin ukrainische Städte bombardiere und belagere.

Selenskyj betont Kompromissbereitschaft

Die russische Regierung hatte zuletzt von "Fortschritten" in Verhandlungen mit der ukrainischen Seite gesprochen und anders als vorher versichert, nicht den Sturz der Regierung in Kiew anzustreben. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj machte seinerseits seine Kompromissbereitschaft deutlich und rückte von der Forderung nach einem NATO-Beitritt seines Landes ab.

Eskalation verhindern

Beobachter rechnen dennoch nicht mit einem schnellen Ende der Gewalt in der Ukraine. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte sich wiederholt als Vermittler in dem Konflikt zwischen Moskau und Kiew angeboten. Die Türkei sei nach wie vor in der Lage, "sowohl mit der Ukraine als auch mit Russland" zu sprechen, betonte Erdogan am Mittwoch. Bei dem Treffen in Antalya gehe es darum, "zu verhindern, dass sich die Krise zu einer Tragödie entwickelt".


Mit Informationen von Uwe Lueb, ARD-Studio Istanbul