Scharons Sarg wird vor der Knesset aufgebahrt

Leichnam vor Knesset aufgebahrt Israel nimmt Abschied von Scharon

Stand: 12.01.2014 10:58 Uhr

Die Israelis haben heute die Gelegenheit, ihrem ehemaligen Premier Scharon die letzte Ehre zu erweisen. Der Leichnam wurde vor der Knesset, dem israelischen Parlament, aufgebahrt. Scharon war gestern nach acht Jahren im Koma gestorben.

Von Tim Aßmann, ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv

Israel trauert um einen der letzten aus der Generation der Staatsgründer, einen großen Kriegshelden und einen Politiker, der bereit war zu führen, seine eigenen Überzeugungen gegen alle Widerstände durchzusetzen.

Ein Anführer wie Ariel Scharon fehlt heute, sagt ein Passant in Tel Aviv: "Man wird sich immer an ihn erinnern. Wenn er noch lebte, wäre er heute Premierminister. Eine gute Alternative zu Benjamin Netanjahu, wenn nicht sogar die einzige."

Israel trauert um Ariel Scharon
T. Aßmann, ARD Tel Aviv
12.01.2014 01:10 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Netanjahu würdigt Scharon als "großen Feldherrn"

Netanjahu selbst würdigte vor allem den Soldaten Scharon. Ein großer Feldherr sei er gewesen, sagte Israels Premier. Zu Scharons Lebzeiten galt das Verhältnis zwischen ihm und Netanjahu als gespannt.

Nun erklärte Netanjahu: "In jeder seiner Funktionen als Minister und später auch als Premierminister leistete Ariel seinen Beitrag für die Sicherheit und die Verteidigung des Landes. Dies tat er in dem Bewusstsein, dass das jüdische Volk in der Lage sein muss, sein Land mit eigenen Kräften zu verteidigen."

Scharon stirbt im Alter von 85 Jahren
tagesthemen 23:15 Uhr, 12.01.2014, Richard C. Schneider, ARD Tel Aviv

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

"Architekt Israels"

Israels Staatspräsident Schimon Peres sagte, sein Freund Ariel habe seinen letzten Kampf verloren. Peres würdigte Scharon als Architekten Israels: "Er kannte keine Angst und wusste schwierige Entscheidungen - militärische und zivile - zu treffen, die er mit Mut in Zeiten des Krieges und in Zeiten des Friedens durchzusetzen wusste." 

Rückzug aus dem Gazastreifen - für viele ein Fehler

Der 1928 als Sohn weißrussischer Einwanderer geborene Scharon kämpfte in den Kriegen gegen die arabischen Nachbarn. Später ging er in die Politik, war Minister in mehreren Regierungen. 2001 wurde er Premier.

Rund vier Jahre später kündigte Scharon den Rückzug Israels aus dem Gazastreifen an. Viele seiner Landsleute sehen das heute als Fehler - auch diese Frau aus Tel Aviv: "Auf der anderen Seite war er auch ein Held. Das dürfen wir nicht vergessen. Aber aus politischer Sicht war der Abzug ein Fehler."

Für Hamas ein "historischer Augenblick"

Palästinensische Jugendliche verbrennen Bildnisse des verstorbenen Ariel Scharon.
galerie

Viele Palästinenser freuen sich über den Tod Scharons. Bilder mit seinem Konterfei wurden verbrannt - wie hier im Gazastreifen.

Auf palästinensischer Seite löste Scharons Tod keine Trauer aus. In Gaza wurden Bilder mit seinem Konterfei auf offener Straße verbrannt.

Die Hamas sprach von einem "historischen Augenblick für das palästinensische Volk". Für einen Einwohner von Gaza-Stadt ist Scharons Ende ein Grund zum Feiern: "Wir sind überwältigt vor Freude. Der Mann war ein Tyrann und Mörder von Frauen und Kindern, der mit seinen Füßen die Al Aksa Moschee entweihte."

Staatsbegräbnis am Montag

Scharons provokanten Spaziergang auf den Jerusalemer Tempelberg haben die Palästinenser nicht vergessen. Auch nicht, dass er während der zweiten Intifada das Militär in die palästinensischen Autonomiegebiete schickte und dass er 1982 Verteidigungsminister war - als in Beirut unter den Augen israelischer Truppen palästinensische Flüchtlinge von libanesischen Milizen massakriert wurden.

2006 erlitt Scharon einen Schlaganfall und fiel ins Koma. Nun erlag er im Alter von 85 Jahren einem Multiorganversagen. Seine letzte Ruhestätte soll Scharon auf der Farm der Familie im Süden des Landes finden.

1/27

Zum Tod von Ariel Scharon: Das Leben des ehemaligen israelischen Premierministers

Das Leben des ehemaligen israelischen Premierministers

Ariel Scharon während des Sechstagekrieges

Ariel Scharon während des Sechstagekrieges im Juni 1967 auf der Sinai-Halbinsel. Der 1928 in einem Dorf bei Tel Aviv geborene Sohn osteuropäischer Einwanderer schlug nach dem Studium eine militärische Karriere ein.

Darstellung: