Papst Franziskus steht an einem Rednerpult. Er spricht das Rosenkranzgebet am portugiesischen Wallfahrtsort Fatima am 5. August 2023.

Besuch des Wallfahrtsorts Fátima Papst spricht sich für eine offene Kirche aus

Stand: 05.08.2023 14:15 Uhr

Papst Franziskus hat im portugiesischen Wallfahrtsort Fátima vor Hunderttausenden Menschen gebetet. Er sprach sich für eine offene Kirche aus. Heute Abend reist er zurück nach Rom.

Das Kirchenoberhaupt der katholischen Kirche hat seine Reise zum Weltjugendtag in Lissabon für einen kurzen Abstecher zu einem der größten Marienwallfahrtsorte der Welt genutzt. Papst Franziskus besuchte die portugiesische Stadt Fátima.

An dem Wallfahrtsort sprach er vor Hunderttausenden Menschen das traditionelle Rosenkranzgebet. Außerdem plädierte er dafür, dass die Kirche für alle offenstehen müsse. Unter den Anwesenden befanden sich viele Menschen mit Behinderung und Kranke.

Papst Franziskus sitzt im Rollstuhl. Er reicht einem Jungen, der auch im Rollstuhl sitzt, die Hand. Sie besuchen den portugiesischen Wallfahrtsorts Fátima.

Gläubige waren zum Wallfahrtsort gereist - darunter viele Menschen mit Behinderung.

Maria soll Hirtenkindern erschienen sein

An dem Ort soll nach Erzählungen die Gottesmutter drei Hirtenkindern im Jahr 1917 mehrfach erschienen sein. Maria soll den Kindern unter anderem aufgetragen haben, Russland dem Unbefleckten Herzen Mariens zu weihen, damit das Land nicht vom christlichen Glauben abfalle.

Maria führe die Gläubigen auch heute noch zu Jesus, sagte der Pontifex.

200.000 Menschen am Wallfahrtsort

Franziskus war mit einem Helikopter aus Lissabon gekommen und im Anschluss im offenen Papamobil durch die Menge gefahren worden. Danach setzte er sich vor die Marienstatue und betete still. Der Abstecher nach Fátima war relativ kurzfristig auf das Programm der Reise gesetzt worden.

Nach Angaben der lokalen Behörden waren rund 200.000 Menschen bei dem Event auf dem großen Platz in Fátima dabei.

Papst setzt erneut Zeichen gegen Krieg in Ukraine

An Fátima hatte sich der Papst schon im Frühjahr 2022 im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine gewandt. Damals vollzog er ein ungewöhnliches Kirchenritual, als er Russland und die Ukraine dem Unbefleckten Herzen Mariens weihte. Dadurch erbat er für die Länder einen engen Beistand der Gottesmutter.

Fátima-Bischof Jose Ornelas betete ausdrücklich für die Ukraine. "Wir schließen uns dem Gebet Ihrer Heiligkeit für den Frieden an, für den dieses Heiligtum zutiefst identifiziert ist, und denken dabei besonders an den Krieg in der Ukraine und so viele andere Konflikte in der Welt", sagte er.

Papstreise anlässlich Weltjugendtags

Anders als bei früheren Papstbesuchen in Fátima war der riesige Vorplatz vor der Basilika nur etwa zu zwei Dritteln gefüllt. Viele portugiesische und spanische Gläubige hielten sich zeitgleich in Lissabon auf, wo der Papst am Abend sowie am Sonntag zu weiteren Gottesdiensten beim Weltjugendtag der katholischen Kirche erwartet wurde.

Nach der Abendandacht am Samstagabend und der großen Abschlussmesse reist Franziskus am Sonntagabend nach Rom zurück.

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Elisabeth Pongratz, ARD Lissabon, tagesschau, 05.08.2023 14:19 Uhr

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. August 2023 um 14:00 Uhr.