Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un

Verstoß gegen UN-Resolutionen Nordkorea feuert offenbar erneut Rakete ab

Stand: 18.03.2016 03:38 Uhr

Vor wenigen Tagen hatte Nordkoreas Machthaber Kim neue Atomwaffentests angekündigt. Nun hat das international isolierte Land offenbar eine Rakete abgeschossen, die einen nuklearen Sprengkopf tragen könnte. Nordkorea verstößt damit einmal mehr gegen UN-Resolutionen.

Nordkorea hat sich nach südkoreanischen und amerikanischen Angaben erneut über UN-Resolutionen hinweggesetzt und eine Mittelstreckenrakete abgefeuert. Die Rakete sei rund 800 Kilometer weit geflogen, bevor sie vor der nordkoreanischen Ostküste ins Meer gestürzt sei, teilte der südkoreanische Generalstab mit. Der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zufolge handelt es sich wahrscheinlich um eine Rodong-Mittelstreckenrakete. Diese hat eine Reichweite von bis zu 1300 Kilometern.

Auch ein US-Regierungsvertreter sprach von Hinweisen auf eine Mittelstreckenrakete. Ein hochrangiger Beamte des US-Verteidigungsministeriums sagte der Nachrichtenagentur Reuters, das Pentagon könne den Raketenstart bestätigen. Der Test verstoße gegen mehrere Beschlüsse des Weltsicherheitsrates, die Nordkorea jegliche Raketen- oder Atomaktivitäten verbieten.

Zunehmend kriegerischer Ton

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un hatte erst vor wenigen Tagen verkündet, dass ein nuklearer Sprengkopf getestet werden solle - sowie Raketengeschosse, die in der Lage sind, solche Gefechtsköpfe zu tragen.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte weitere Waffentests angekündigt.

Nach einem Atomwaffentest im Januar und dem Start einer Langstreckenrakete im vergangenen Monat hatte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Sanktionen gegen das abgeschottete Land verschärft. Seither äußert sich Nordkorea in einem zunehmend kriegerischen Ton. Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben sich auch durch die gemeinsamen jährlichen Militärmanöver Südkoreas und der USA verstärkt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. März 2016 um 09:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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Bernd39 18.03.2016 • 10:51 Uhr

Zweifel sind angebracht

"Davon abgesehen, dass man in Südkorea eigentlich nirgendwo ein Manöver abhalten könnte, das nicht in Reichweite des Nordens ist. Ist halt nicht wirklich groß." Ob allerdings dazu 300 000 Mann + Technik gebraucht werden, ist sehr fraglich. Wo setzte noch mal der Protest der NATO bei Russland ein? Bei 40 000 Soldaten. Da hätten die osteuropäischen Staaten am liebsten schon den Bündnisfall aufgerufen.