Kaiserpinguine | Bildquelle: picture alliance / imageBROKER

Klimawandel Kaiserpinguine vom Aussterben bedroht

Stand: 08.11.2019 16:14 Uhr

Wenn die Erderwärmung mit derzeitigem Tempo voranschreitet, könnten Kaiserpinguine einer neuen Studie zufolge bis zum Ende des Jahrhunderts fast ausgestorben sein. Bis 2100 würde ihre Zahl um 86 Prozent abnehmen.

Laut einer neuen Studie der Forscherin Stephanie Jenouvrier von der Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI) könnten Kaiserpinguine bis zum Ende des Jahrhunderts vom Aussterben bedroht sein. Wenn die Erderwärmung in diesem Tempo voranschreite, werde ihre Population bis 2100 um 86 Proztent abnehmen.

Erderwärmung bedroht Lebensraum der Pinguine

Auf dem Arktischen Ozean am Nordpol schwimmen Eisplatten | Bildquelle: dpa
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Auf dem Arktischen Ozean am Nordpol schwimmen Eisplatten

Kaiserpinguine können bis zu 130 Zentimeter groß werden und leben in Kolonien auf dem Packeis in der Antarktis. Das Meereis dient den Pinguinen unter anderem als Plattform, von der aus sie nach Nahrung tauchen, und als Fluchtort vor Feinden. Es beeinflusst zudem die Leuchtgarnelenmenge und ist daher wichtig für die Nahrungskette der Vögel. Packeis ist durch den Klimawandel allerdings immer stärker vom Schmelzen bedroht.

Einhaltung des Pariser Klimaabkommens entscheidend

Das Team um Jenouvrier nutzte und entwickelte verschiedene Computermodelle zur Projektion der Zukunft des Packeises und der Kaiserpinguine. Ergebnis: Wenn die Erderwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter begrenzt werden kann - wie im Pariser Klimaabkommen vorgesehen - würden nur rund fünf Prozent des Packeises schmelzen und die Zahl der Pinguin-Kolonien um rund 19 Prozent sinken. Derzeit gebe es 54 bekannte Kolonien.

Antarktis: Biologin Stephanie Jenouvrier hält einen jungen Kaiserpinguin in den Armen | Bildquelle: dpa
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Stephanie Jenouvrier, Biologin von Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI), hält einen jungen Kaiserpinguin während der Feldforschung in der Antarktis.

Wenn die Erderwärmung nur auf zwei Grad begrenzt werden kann, würden fast 15 Prozent des Packeises schmelzen und rund ein Drittel der derzeit existierenden Pinguin-Kolonien verschwinden.

Gehe die Erderwärmung aber so weiter wie derzeit, dann würde die Zahl der Kolonien um 80 Prozent sinken, die Zahl der Pinguine sogar um mehr als 80 Prozent, schreiben die Forscher im Fachjournal "Global Change Biology". "In diesem Szenario liefen die Pinguine effektiv ihrem Aussterben entgegen", sagte Jenouvrier.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. November 2019 um 16:53 Uhr.

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