Luftaufnahme eines zu Kiribati gehörenden Atolls (Archivbild) | Bildquelle: dpa

UN-Bericht zum Klima Der Meeresspiegel steigt und steigt

Stand: 28.03.2019 20:34 Uhr

Es sind erschreckende Zahlen, die die UN vorgelegt haben: 62 Millionen Menschen waren 2018 von Extremwetter betroffen, zwei Millionen mussten fliehen. Und der Meeresspiegel stieg noch stärker als in den Jahren zuvor.

Die Weltwetterorganisation (WMO) hat ihren aktuellen Klimabericht veröffentlicht - und der enthält eine Reihe Besorgnis erregender Daten und Schlussfolgerungen. Demnach ist der Meeresspiegel im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2017 um 3,7 Millimeter angestiegen. Das mag nach wenig klingen, ist tatsächlich aber bedrohlich. Denn der Meeresspiegel steigt im globalen Mittelwert bereits seit Jahren - und 2018 war der Anstieg nochmal deutlich stärker als in den Jahren zuvor.

Zudem seien die vergangenen vier Jahre die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen. Die globale Durchschnittstemperatur an der Oberfläche habe im Jahr 2018 rund ein Grad Celsius über dem Referenzwert für die vorindustrielle Zeit gelegen. "Zum Zögern ist keine Zeit mehr", warnte UN-Generalsekretär António Guterres.

Blick auf Tarawa, die Hauptinsel des Pazifikstaats Kiribati (Archivbild) | Bildquelle: picture alliance / Christiane Oe
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Inselstaaten wie Kiribati (Archivbilder) sind durch den Klimawandel besonders gefährdet.

62 Millionen Menschen von Extremwetter betroffen

Zu dem Bericht der UN-Organisation haben zahlreiche Experten weltweit sowie verschiedene UN-Institutionen beigetragen. In ihm werden auch einige konkrete Folgen genannt, die Erderwärmung und ansteigender Meeresspiegel nach UN-Einschätzung für die Menschheit bereits haben.

62 Millionen Menschen waren demnach im vergangenen Jahr von Extremwetter betroffen. Zwei Millionen Menschen hätten vor Katastrophen fliehen müssen, die in Verbindung mit Wetter und Klima stehen. Dazu gehörten etwa Dürren, Überschwemmungen und schwere Stürme - wie jüngst der Zyklon "Idai".

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Die Folgen des Zyklons "Idai"

Menschen stehen vor ihren zerstörten Hütten

Am 15. März hatte der Zyklon "Idai" weite Teile von Mosambik, Malawi und Simbabwe verwüstet und mit heftigen Regenfällen vor allem in Mosambik riesige Landstriche unter Wasser gesetzt. | Bildquelle: dpa

"Hitzewellen länger, intensiver und häufiger"

Dieser hatte am vergangenen Wochenende zu Überschwemmungen in weiten Teilen von Mosambik, Simbabwe und Malawi im südöstlichen Afrika geführt. "Er könnte sich als eine der tödlichsten wetterbedingten Katastrophen auf der Südhalbkugel erweisen", sagte der WMO-Generalsekretär Petteri Taalas.

Der Bericht sei ein "Weckruf", sagte Guterres bei einer Pressekonferenz und warnte speziell vor den Folgen des Klimawandels für die Gesundheit der Menschen. "Die Kombination von extremer Hitze und Luftverschmutzung stellt sich als immer gefährlicher heraus, besonders wo Hitzewellen länger, intensiver und häufiger werden."

Dem Klima geht es gar nicht gut - 25. UN-Bericht zu den Folgen des Klimawandels
Kai Clement, ARD New York
28.03.2019 21:20 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. März 2019 um 06:00 Uhr.

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