Hintergrund

Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajokull. Archivbild von 2010

Fakten von der Insel der Gletscher und Geysire Mehr Erdstöße als Anstöße

Stand: 03.07.2016 14:43 Uhr

Nach dem Sieg gegen England hüpften die völlig losgelösten isländischen Fans wikingerwild auf den Tribünen und wollten gar nicht mehr aufhören zu singen. Doch was ist das für ein Land, in dem es etliche Vulkane gibt und fast täglich die Erde bebt?

EM-Debütant Island, das mit Abstand kleinste EM-Land, steht nach einem 2:1-Sieg gegen England unter den besten Acht bei der Europameisterschaft. Und nun wollen sie die Titelträume von Gastgeber Frankreich zerstören. Seit den siegreichen Spielen der Isländer bei der Fußball-EM wird die Insel ganz anders wahrgenommen als bisher.

Hier einige Fakten:

  • Island ist mit mit 103 000 Quadratkilometern so groß wie Bayern und Baden-Württemberg zusammen.

  • Von der Insel am Polarkreis bis zum europäischen Festland (Norwegen) sind es rund 1100 Kilometer, das arktische Grönland ist von Island dagegen nur knapp 300 Kilometer entfernt.

  • Täglich bebt auf Island die Erde. Seismologen registrierten allein in der vergangenen Woche 400 Erdstöße bis zur Stärke 3,2.

  • Die Hekla und der Grímsvötn sind die aktivsten unter den mehr als 30 Vulkansystemen auf Island. 2010 stieß der Eyjafjallajökull Lava-Asche aus, legte damit in weiten Teilen Europas den Flugverkehr lahm und richtete Milliardenschaden an.

Ausbruch des Eyjafjallajökull-Vulkans auf Island
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Am 21. März bricht zum ersten Mal seit 200 Jahren der Vulkan unter dem Eyjafjalla-Gletscher aus. Gewaltige Rauch- und Aschewolken behindern wochenlang immer wieder den Flugverkehr in Europa und Nordamerika.

  • In Island leben mit 330.000 Einwohnern etwa so viel Menschen wie im westfälischen Bielefeld oder in der Stadt des englischen Fußballmeisters von 2016, Leicester City.

  • Island ist mit etwa drei Einwohnern pro Quadratkilometer das am dünnsten besiedelte Land Europas. Zum Vergleich: In Deutschland sind es pro Quadratkilometer im Schnitt 229 Menschen.

  • Namenslisten wie das Telefonbuch sind in Island nach Vornamen sortiert. Als Nachnamen tragen Kinder den Vornamen ihres Vaters mit der Ergänzung -son für Sohn und -dóttir für Tochter. Jóns Junge hießt also Jónsson, dessen Schwester Jónsdóttir.

  • Dem 1947 gegründeten isländischen Fußballverband Knattspyrnusamband Íslands (KSÍ) gehören 80 Vereine an. Zum Vergleich: der Deutsche Fußballbund (DFB) zählte 2015 insgesamt 25.324 Vereine.

  • Im August 2004 gelang Island ein 2:1 Sieg gegen Italien, dem EM-Viertelfinalgegner der deutschen Mannschaft - damals vor der Rekordkulisse von 20.204 Fans im Reykjaviker Laugardalsvöllur-Stadion, der größten Spielstätte des Landes.

  • Islands Handballer sind seit 30 Jahren das sportliche Aushängeschild der Nordländer. Sie zählen zur Weltspitze. 2008 in Peking wurde die Mannschaft vonTrainer Guðmundur Guðmundsson erst im Olympia-Finale von Frankreich gestoppt. Gefeiert wurde ähnlich überschwänglich wie bei der Fußball-EM.

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