Flüchlinge in Melilla

Grenzsicherung zu spanischer Exklave Spanien schickt Polizisten nach Melilla

Stand: 01.03.2014 12:36 Uhr

Nach dem jüngsten Massenansturm von Flüchtlingen auf Melilla hat Spanien die Polizeikräfte in seiner Nordafrika-Exklave verstärkt. Medienberichten zufolge entsandte das Innenministerium 40 Beamte einer Sondereinheit der paramilitärischen Zivilgarde (Guardia Civil) in die Stadt an der nordafrikanischen Mittelmeerküste. Sie sollen die Polizei bei der Absicherung der Grenze zu Marokko unterstützen.

Zaun in Melilla
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Sieben Meter hoch ist der Zaun, den die Flüchtlingen überwinden müssen, um auf spanisches Territorium zu gelangen.

Am Freitag waren beim größten Ansturm von Flüchtlingen auf die Nordafrika-Exklave seit fast zehn Jahren mehr als 200 Afrikaner auf spanisches Gebiet gelangt. Wie die Zeitung "El País" schreibt, hätten seit Januar etwa 4000 Flüchtlinge versucht, von Marokko aus die Grenzbefestigungen bei Melilla zu überwinden. 600 von ihnen soll dies gelungen sein.

Lager völlig überfüllt

Der neue Massenansturm stellt die spanischen Behörden vor große Probleme. In dem für 480 Menschen konzipierten Aufnahmelager würden jetzt mehr als 1300 Flüchtlinge betreut, berichtete Lagerchef Carlos Montero. Das spanische Militär stellte Zelte, Liegen und Lebensmittel zur Verfügung.

In Marokko leben Tausende notleidende Menschen aus Ländern südlich der Sahara in Camps und hoffen, nach Europa zu gelangen. Nach einem jüngsten Bericht von "El País" sind es rund 30.000.

Karte Melilla und Ceuta
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Die spanischen Exklaven Ceuta und Mellila sind für die Flüchlinge das Tor nach Europa. In Ceuta versuchen sie, den Strand zu erreichen, in dem sie die Seegrenze schwimmend überwinden. Mellila ist durch eine Zaunanlage von marokkanischem Gebiet abgetrennt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Februar 2014 um 20:00 Uhr.

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