Durch einen umgestürzten Baum zerstörtes Auto in Marina di Massa, Italien. | EPA

Böen mit Orkanstärke Tote bei schweren Unwettern in Europa

Stand: 19.08.2022 06:35 Uhr

In etlichen Regionen in Süd- und Mitteleuropa hat es heftige Unwetter gegeben. Dabei kamen mehrere Menschen ums Leben - fünf allein auf der Mittelmeerinsel Korsika. Im Süden Österreichs musste der Bahnverkehr eingestellt werden.

Schwere Gewitter mit Stürmen bis hin zur Orkanstärke haben in Frankreich, Italien und Österreich mehrere Menschen das Leben gekostet. Hart getroffen wurden die Toskana, Korsika und Kärnten.

Wie Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin am Abend bei einem Besuch auf Korsika mitteilte, kamen bei dem Unwetter auf der Insel fünf Menschen ums Leben. Es gab Dutzende Verletzte, zwölf Menschen wurden in Krankenhäuser eingeliefert. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sicherte der Insel und ihren Bewohnern Unterstützung zu. An Macrons Urlaubsort an der Côte d'Azur wurde am Abend ein Krisenstab unter Beteiligung von Premierministerin Élisabeth Borne gebildet.

Böen mit einer Geschwindigkeit von mehr als 200 Kilometern pro Stunde waren über Korsika gezogen. 45.000 Haushalte waren zeitweise ohne Strom. Auch in anderen Teilen Frankreichs wie in Marseille gab es Unwetter und überflutete Straßen.

Mauerstücke vom Markusdom abgebrochen

In der Toskana wurden ein Mann und eine Frau nahe Lucca sowie in der Küstenstadt Carrara von umstürzenden Bäumen getroffen und starben. Für den Norden des Landes bis Südtirol und weite Teile Mittelitaliens galt eine Unwetterwarnung. Einige Menschen erlitten bei den heftigen Stürmen mit mehr als 100 Kilometern je Stunde und starkem Regen Verletzungen wie etwa auf einem Campingplatz im toskanischen Marina di Massa, als dort Bäume umfielen. Die Toskana und Venetien riefen den Notstand aus.

Auch durch die norditalienische Lagunen-Stadt Venedig fegte ein heftiges Unwetter, das in den Gassen Schirme und Tische umriss. Am berühmten Markusdom in Zentrum brachen laut Nachrichtenagentur Ansa Mauerstücke vom Kirchturm ab. Der Zivilschutz berief am Nachmittag wegen der Unwetter in Mittel- und Norditalien außerdem einen Krisenstab ein.

Am Markusplatz in Venedig mussten Abschnitte gesperrt werden, nachdem von einigen der berühmten Bauwerke Steine herabgestürzt waren. | AFP

Am Markusplatz in Venedig mussten Abschnitte gesperrt werden, nachdem von einigen der berühmten Bauwerke Steine herabgestürzt waren. Bild: AFP

In Norditalien wurde eine Bahnlinie südöstlich von Genua wegen Sturmschäden geschlossen. In Ligurien gab es zudem heftige Hagelschauer, die schwere Folgen für die Landwirtschaft nach sich ziehen. Dem italienischen Landwirtschaftsverband Coldiretti zufolge wurden nach der extremen Dürre nun durch Hagelschauer, Sturm und Überschwemmungen ganze Ernten an Obst und Gemüse, Weinreben und Olivenhaine vernichtet.

Zwei Kinder sterben an Badesee

Schwere Unwetter gab es auch im Süden Österreichs. Wie Polizei und Rotes Kreuz mitteilten, stürzten an einem kleinen Badesee in St. Andrä im Bundesland Kärnten mehrere Bäume um. Zwei Mädchen im Alter von vier und acht Jahren starben, elf Menschen wurden teils schwer verletzt. Im niederösterreichischen Gaming wurden drei weitere Menschen von einem Baum erschlagen.

Laut dem staatlichen meteorologischen Dienst ZAMG wurden im südlichen Österreich Sturmgeschwindigkeiten bis zu 139 km/h gemessen. Allein in der Steiermark waren Zehntausende Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten, da Hochspannungsleitungen beschädigt wurden.

In der Steiermark, Kärnten und Osttirol wurde der Bahnverkehr komplett eingestellt, nachdem die Stromversorgung der Oberleitungen wegen der Unwetter ausfiel. Straßen wie etwa die Südautobahn A2 mussten teilweise für Aufräumarbeiten gesperrt werden.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 18. August 2022 um 13:34 Uhr.