Das Rettungsschiff "Sea-Watch 3"  | via REUTERS

Seenotrettung "Sea-Watch 3" darf in Sizilien anlegen

Stand: 31.12.2021 12:35 Uhr

Eine Woche lang mussten die Seenotretter der "Sea-Watch 3" mit 440 Menschen an Bord auf eine Zuweisung eines sicheren Hafens warten. Nun dürfen sie in der sizilianischen Stadt Pozzallo anlegen.

Das deutsche Seenotrettungsschiff "Sea-Watch 3" darf nach tagelanger Wartezeit auf Sizilien anlegen. Dem Schiff mit 440 Migranten an Bord wurde die Stadt Pozzallo im Süden der italienischen Mittelmeerinsel als sicherer Hafen zugewiesen. Das bestätigte die Einsatzleiterin an Bord, Mattea Weihe, der Nachrichtenagentur dpa. Das Schiff der in Berlin ansässigen Organisation nahm am Vormittag bereits Kurs in Richtung Pozzallo.

Die "Sea-Watch 3" hatte in den vergangenen Tagen in mehreren Aktionen Hunderte Menschen gerettet. Einige Migranten wurden von den Behörden aufgrund ihres gesundheitlichen Zustands bereits von Bord geholt. Wegen schlechten Wetters kreuzte das Schiff zuletzt schon vor der sizilianischen Küste.

"Sea-Watch 3" musste eine Woche auf Zuweisung warten

Eine Woche lang hatte die unter deutscher Flagge fahrende "Sea-Watch 3" auf die Zuweisung eines sicheren Hafens gewartet. Erst am Donnerstag schickte die Besatzung einen weiteren Appell an Italien: An Bord seien mehr als 200 Kinder, davon 167 ohne Eltern oder Begleiter. Sie alle seien in Libyen mit kleinen Booten in See gestochen, viele kämen aus Ländern südlich der Sahara.

In dieser Woche hatte zuvor das Schiff "Geo Barents" der Organisation Ärzte ohne Grenzen mit fast 558 Bootsmigranten im sizilianischen Hafen von Augusta anlegen dürfen. Die Migranten versuchen meist, von Nordafrika über die gefährliche Mittelmeerroute nach Italien zu kommen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 31. Dezember 2021 um 13:35 Uhr.