Wladimir Putin  | via REUTERS

Konflikt mit Ukraine Russland schickt Kriegsschiffe

Stand: 17.04.2021 19:49 Uhr

Der Streit zwischen Russland und der Ukraine verschärft sich: Für ein Militärmanöver schickte Moskau 15 Kriegsschiffe ins Schwarze Meer. Zudem wiesen beide Staaten gegenseitig Diplomaten aus.

Russland hat 15 Kriegsschiffe für ein Manöver ins Schwarze Meer geschickt. Sie hätten die Meerenge von Kertsch an der Halbinsel Krim passiert, teilte die Marine der russischen Agentur Interfax zufolge mit. Wie lange die Übungen dauern werden, wurde zunächst nicht gesagt.

Zuvor hatten die USA nach Beschwerden Russlands die Entsendung zweier Kriegsschiffe ins Schwarze Meer türkischen Angaben zufolge abgesagt. Hintergrund ist offenbar auch eine Erklärung Russlands, wonach ein Teil des Schwarzen Meeres entlang der von Russland 2014 einverleibten ukrainischen Halbinsel Krim gesperrt würde für russische Manöver.

Ausländische Kriegsschiffe und andere staatliche Schiffe dürften dieses Gebiet etwa von der Krim-Stadt Sewastopol bis nach Gursuf dann nicht mehr passieren, Frachtschiffe dagegen schon. Die betroffenen Stellen lägen in russischen Hoheitsgewässern, hieß es zur Begründung. Der Anspruch Russlands auf die Gebiete ist aber nicht anerkannt.

Sorge vor Eskalation

Kritik an dem einseitigen Vorgehen Russlands kam von EU, NATO und der Ukraine. Ein ranghoher EU-Beamter sprach von einer "äußerst besorgniserregenden Entwicklung".

Wegen eines russischen Truppenaufmarschs unweit der ukrainischen Grenze wächst international die Sorge vor einer Eskalation. Zuletzt hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Joe Biden Russland aufgerufen, seine Truppen abzuziehen, um die Situation zu deeskalieren.

Diplomaten ausgewiesen

Inmitten der wachsenden Spannungen nahm der russische Inlandsgeheimdienst FSB einen ukrainischen Diplomaten in Sankt Petersburg festgenommen und verwies ihn des Landes. Die Ukraine reagierte mit der Ausweisung eines in Kiew tätigen russischen Diplomaten. Der FSB erklärte, der ukrainische Konsularbeamte habe versucht, an geheime Informationen aus den Datenbanken der russischen Strafverfolgungsbehörden zu gelangen. Das sei unvereinbar mit dem Status eines Diplomaten. Russlands Außenministerium teilte mit, der Mann müsse das Land bis zum 22. April verlassen. Das ukrainische Außenministerium sprach von einer Provokation und wies die Vorwürfe zurück.

In den vergangenen Jahren hatte Russland wiederholt ukrainische Staatsbürger wegen des Verdachts auf Spionage festgenommen. Dass es einen Diplomaten trifft, ist jedoch selten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. April 2021 um 13:00 Uhr.