Beschmiertes Wahlplakat der Le-Pen-Partei | EPA

Erste Runde der Regionalwahlen in Frankreich Schwaches Ergebnis für Le-Pen-Partei

Stand: 21.06.2021 01:17 Uhr

Die Rassemblement National büßt bei den Regionalwahlen ein, könnte aber erstmals eine der Regionen gewinnen. Stärkste Kraft wurden die Bürgerlich-Konservativen. Präsident Macrons Partei landete unter ferner liefen.

Die französische Rechtsaußenpartei von Marine Le Pen hat in der ersten Runde der Regionalwahlen deutliche Einbußen eingefahren. Die Rassemblement National landete mit etwa 19 Prozent der Stimmen nur auf Platz zwei, wie der französische TV-Sender France 2 unter Berufung auf erste Hochrechnungen berichtete. Stärkste Kraft wurde demnach das bürgerlich-konservative Lager mit gut 28 Prozent der Stimmen. Präsident Emmanuel Macrons Partei LREM schaffte gerade noch den fünften Platz.

Bei den vergangenen Regionalwahlen im Dezember 2015 war Le Pens Partei in der ersten Runde noch als Sieger hervorgegangen und auf 27,7 Prozent der Stimmen gekommen. In der zweiten Runde verpassten sie es dennoch, eine der französischen Regionen für sich zu gewinnen.

Wahllokal in Frankreich | dpa

Kaum Andrang in den französischen Wahllokalen. Bild: dpa

Macron-Partei nur auf Rang fünf

Diesmal sieht die Partei Chancen, im Gebiet Provence-Alpes-Côte-d'Azur erstmals in einer Region die Mehrheit zu stellen. RN-Chefin Le Pen machte die extrem niedrige Wahlbeteiligung für das Abschneiden verantwortlich und sprach von einem "staatsbürgerlichen Desaster".

Die traditionelle Volkspartei der Sozialisten und Partner schaffte es den Hochrechnungen zufolge auf rund 16 Prozent der Stimmen. Sie stellen derzeit zusammen mit der bürgerlichen Rechten in den meisten Regionen den Regionalpräsidenten oder die Regionalpräsidentin. Das grüne Lager holte etwa 13 Prozent und lag damit noch vor Macrons Partei LREM. Zusammen mit im Land teils besser verankerten liberalen Verbündeten kam die Partei auf etwa 11 Prozent und landete damit abgeschlagen auf Platz fünf. Die Wahlbeteiligung dürfte mit geschätzt 31 bis 34 Prozent wohl ein historisches Tief erreicht haben.

Zweite Runde am 27. Juni

Als letzte landesweite Entscheidung vor den Präsidentenwahlen im kommenden April und Mai gelten die Regional- und Départementswahlen auch als Stimmungstest. So gilt ein relativ starkes Abschneiden Le Pens bei den Präsidentenwahlen als wahrscheinlich. Wegen der sehr unterschiedlichen Kompetenzen von Zentralregierung und den Regionen ist das Ergebnis aber etwa mit Blick auf den Rückhalt Macrons in der Bevölkerung nur begrenzt aussagekräftig.

Die zweite Runde soll am 27. Juni laufen. Bis dahin können Parteien neue Bündnisse schmieden, um mehr Stimmen auf sich zu vereinen. Ursprünglich waren die Wahlen auf dem Festland und in Übersee für März angesetzt gewesen, wegen der Corona-Pandemie wurden sie verschoben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Juni 2021 um 05:30 Uhr.