Trauernde vor Windsor Castle | AP

Tod von Queen Elizabeth II. Nationale Trauerphase hat begonnen

Stand: 09.09.2022 19:22 Uhr

Eineinhalb Wochen Gedenken im Land: Die britische Regierung hat eine nationale Trauerphase ausgerufen, die bis zum Staatsbegräbnis der Queen dauern soll. Heute wandte sich Charles III. in einer Ansprache an die Briten.

Die britische Regierung hat den Beginn der nationalen Trauerphase wegen des Todes von Queen Elizabeth II. ausgerufen. Sie gilt bis zum Ende des Tages, an dem das Staatsbegräbnis stattfindet. Die Regierung gab auch eine mehrseitige Handlungsempfehlung heraus, in der sie erläutert, wie etwa Geschäftsinhaber, Privatpersonen, öffentliche Einrichtungen und Organisationen ihrer Trauer Ausdruck verleihen können. So müssen zum Beispiel Veranstalter ihre Unterhaltungs- oder Sportereignisse nicht absagen oder verschieben.

Aufgelistet werden auch zentrale Orte, an denen Blumen niedergelegt werden können. In London etwa soll unweit des Buckingham-Palastes ein Blumengarten im Green Park eingerichtet werden.

Royals haben eigene Trauerphase

Die Länge der nationalen Trauerphase müsse nicht mit der des Königshauses übereinstimmen, erläuterte die Regierung. In einer Mitteilung des Palasts hatte es zuvor geheißen, es sei der Wunsch des neuen Königs Charles III., dass eine Phase der königlichen Trauer "von jetzt bis sieben Tage nach dem Begräbnis der Queen" beachtet werde.

Die Königsfamilie hat bislang kein konkretes Datum für die Beisetzung der verstorbenen Monarchin genannt. Es gilt aber als wahrscheinlich, dass sie am 19. September stattfinden wird.

Charles III. hält erste Rede an die Nation

Charles traf sich in London im Buckingham-Palast zu einem ersten Gespräch mit der neuen Premierministerin Liz Truss. Zuvor war er mit seiner Frau Camilla von Schottland zurück in die Hauptstadt gereist. Am Abend hielt der Monarch seine erste Rede als König an die Nation.

Der 73-Jährige wurde mit dem Tod seiner Mutter König, aber die Ausrufung zum Monarchen erfolgt durch einen eigens dafür eingesetzten Rat, der morgen im St. James's Palace in London zusammenkommt. Einen Termin für seine Krönung gibt es noch nicht.

Trauer im ganzen Land

Vor den Palästen in London und Windsor sowie in Schottland, wo die Königin gestern gestorben war, legten viele Menschen Blumen nieder. Im ganzen Land läuteten am Mittag die Glocken, in London und weiteren Orten im Vereinigten Königreich gab es als Ehrerweisung für die Queen Salutschüsse.

Viele Menschen weinten, als die Flagge am Buckingham-Palast auf halbmast herabgesetzt wurde.

Scholz: Königin war "Jahrhundertfigur"

Bundeskanzler Olaf Scholz würdigte die Queen am Mittag als weltweit bedeutsame "Jahrhundertfigur". Ihr Tod "bewegt und berührt uns alle", sagte er. Kerzen und Blumen auch vor der britischen Botschaft in Berlin belegten, "welchen Platz Elisabeth II. im Herzen so vieler Bürgerinnen und Bürger inne hatte, auch hier in Deutschland".

Ihre zahlreichen Besuche in Deutschland seien wegen ihrer "Präsenz und Zugewandtheit" herausragende Ereignisse gewesen, "die bei Vielen noch in Erinnerung sind". Er habeTruss Anteilnahme übermittelt, sagte Scholz weiter. Charles III. wünsche man "Kraft, Geschick und das nötige Glück für sein neues Amt".

"Fels, auf dem modernes Großbritannien errichtet wurde"

Bereits gestern hatte Premierministerin Liz Truss die Queen als "Fels, auf dem das moderne Großbritannien errichtet wurde" bezeichnet. Das Land sei unter ihrer Herrschaft gediehen. UN-Generalsekretär António Guterres sagte, Elizabeth II. sei auf der ganzen Welt für ihre "Anmut, Würde und Hingabe" bewundert worden.

US-Präsident Joe Biden nannte die Queen eine einzigartige Staatsfrau und "mehr als eine Monarchin". Wie auch in Großbritannien und in den USA wird die Flagge der Vereinten Nationen die nächsten Tage auf halbmast wehen.

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"Unerschütterliches Pflichtbewusstsein"

Trauer herrscht auch in Staaten, die früher zu Großbritannien gehörten und heute im Commonwealth vereint sind. Die neuseeländische Ministerpräsidentin Jacinda Ardern würdigte das "unerschütterliche Pflichtbewusstsein" der Monarchin. Der australische Premierminister Anthony Albanese hob ihre ruhige Ausstrahlung hervor.