Blick in den Brüsseler Gerichtssaal, in dem der Prozess gegen mutmaßliche Komplizen der Paris-Attentäter von 2015 verhandelt wird. | AFP

Anschläge von Paris 2015 Mutmaßliche Helfer in Brüssel vor Gericht

Stand: 19.04.2022 17:43 Uhr

Die Terroranschläge von Paris im November 2015 erschütterten Frankreich. Die Attentäter sollen auch aus Belgien Unterstützung erhalten haben. Nun wird in Brüssel gegen 14 mutmaßliche Komplizen verhandelt.

In Brüssel hat der Prozess gegen mutmaßliche Komplizen der Paris-Attentäter vom November 2015 begonnen. Neun der 14 Angeklagten erschienen vor Gericht. Von zwei weiteren wird angenommen, dass sie in Syrien starben. Die meisten der Angeklagten müssen sich wegen "Beteiligung an Aktivitäten einer terroristischen Vereinigung" verantworten, wofür ihnen mehrjährige Haftstrafen drohen.

Der Prozess, der bis zum 20. Mai angesetzt ist, findet unter hohen Sicherheitsvorkehrungen im ehemaligen NATO-Hauptquartier nahe dem Brüsseler Flughafen statt. Das Urteil wird vor Ende Juni erwartet.

Hilfe vor und nach Angriffen

Die mutmaßlichen Komplizen sollen die Attentäter vor und nach den Angriffen in der französischen Hauptstadt größtenteils von Belgien aus unterstützt haben, indem sie diesen als Fahrer dienten, Unterkünfte bereitstellten oder falsche Papiere besorgten. Einige der Beschuldigten werden auch in Verbindung mit den Anschlägen in Brüssel im März 2016 gebracht. Damals explodierten insgesamt drei Bomben in der belgischen Hauptstadt, 32 Menschen starben. Vermutet wird, dass hinter den Attentaten in Paris und Brüssel dieselbe terroristische Zelle steckte.

Das Bataclan nach dem Überfall der Terroristen: Die Ankündigung des Eagles-of-Death-Metal-Konzerts ist noch zu sehen. | AFP

Der Pariser Konzertsaal "Bataclan" gehörte zu den Angriffszielen der Terroristen. Bild: AFP

Bei der Pariser Anschlagsserie hatten Extremisten im Konzertsaal "Bataclan" sowie in Bars und Restaurants 130 Menschen erschossen. Es gab 350 Verletzte. Am Stade de France sprengten sich zudem während eines Fußball-Länderspiels zwischen Deutschland und Frankreich drei Selbstmordattentäter in die Luft. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Taten für sich. In Frankreich sind im Zusammenhang mit den Anschlägen insgesamt 20 Verdächtige angeklagt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. April 2022 um 10:00 Uhr.