Sebastian Kurz | AP

Test in Vorarlberg Österreich öffnet weiter - aber nur regional

Stand: 01.03.2021 19:52 Uhr

Österreich setzt auf regionale Lockerungen: Weil die Inzidenz in Vorarlberg recht gering ist, sollen dort Gastronomie und Kultureinrichtungen wieder öffnen. Andere Regionen könnten folgen, im April soll auch wieder Tourismus möglich sein.

Österreich geht trotz zuletzt deutlich gestiegener Corona-Zahlen seinen Weg der schrittweisen Öffnung des öffentlichen Lebens nun auf regionaler Ebene weiter. Aufgrund der vergleichsweise geringen Zahlen bei den Neuinfektionen werde es ab 15. März im westlichsten Bundesland Vorarlberg zu Lockerungen kommen, kündigte Kanzler Sebastian Kurz an. Davon profitierten der Sport, die Kultur und die Gastronomie. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt hier bei 73.

Wie genau die Lockerungen in Vorarlberg aussehen, wollen Bundes- und Landesregierung in kommenden Tagen besprechen. Für den Rest des Landes gelte das Ziel, dass zu Ostern zumindest Gastronomie im Freien möglich werden solle. "Wir beginnen Outdoor, bevor wir uns an weitere Indoor-Öffnungsschritte heranwagen können", sagte Kurz.

Wie Deutschland ist Österreich in Bundesländer gegliedert. Sie sind aber deutlich kleiner und entsprechen von der Einwohnerzahl zum Teil eher deutschen Landkreisen. Auch in Deutschland wird darüber diskutiert, die Corona-Regeln regional zu lockern, wenn die Inzidenzwerte bestimmter Landkreisen dies zulassen.

Auch andere wollen öffnen

Kritik kam von Landespolitikern aus Gebieten mit besonders hohen Infektionszahlen. So sprachen sich etwa der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig und die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner für österreichweit einheitliche Richtlinien aus - ihre Bundesländer liegen mit Inzidenz-Werten von 186 und 194 über dem Bundesdurchschnitt von rund 160.

Der grüne Gesundheitsminister Rudolf Anschober warnte jedoch vor verfrühten Lockerungen: "Die starken Zuwächse in manchen Bundesländern müssen unter Kontrolle gebracht werden." So soll in besonders stark betroffenen Regionen etwa am Arbeitsplatz die FFP2-Pflicht ausgeweitet werden. Ein exponentielles Wachstum müsse unbedingt verhindert werden. In zwei Wochen soll laut Anschober daher überprüft werden, ob die Öffnungsschritte machbar sind.

Innengastronomie im April?

Bei den Lockerungen sollen umfangreiche Tests eine zentrale Rolle spielen. Jede Woche werde aktuell etwa ein Viertel der österreichischen Bevölkerung getestet, hieß es. In Österreich sind seit Montag in den Apotheken auch kostenlose Selbsttests für zu Hause erhältlich. Sie sind als persönlicher Check gedacht, aber keine Zugangsberechtigung zum Beispiel für den Besuch von Friseuren.

Die Hoffnung ruhe auch auf der deutlichen Steigerung der Impfzahlen im März und April. Laut Kurz verfolgt die Regierung das Ziel, im April Tourismus zu ermöglichen und Gastronomie- und Kulturbetrieben Veranstaltungen in Inneräumen in Aussicht zu stellen. Jedoch könne niemand das Infektionsgeschehen vorhersagen.

Lage auf Intensivstationen stabil

Kurz verteidigte bei der Pressekonferenz auch die Öffnung aller Geschäfte vor drei Wochen. Dies sei ein wichtiger und und richtiger Schritt gewesen. Allein seitdem seien 120.000 Menschen, die vorher arbeitslos oder in Kurzarbeit gewesen seien, wieder in Beschäftigung gekommen. 

Am Montag wurden in Österreich 1409 Neuinfektionen binnen eines Tages gezählt. Die Lage in den Kliniken und deren Intensivstationen ist weitgehend stabil.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. März 2021 um 20:00 Uhr.