Zwei Polizeikräfte kontrollieren in einem Geschäft in Wien den Corona-Impfnachweis auf dem Handy einer Frau. | dpa

Corona-Maßnahmen Österreich lockert stufenweise

Stand: 29.01.2022 13:15 Uhr

Trotz der anhaltend hohen Zahl an Neuinfektionen will die österreichische Regierung mehrere Corona-Auflagen lockern - im Vordergrund stehen die 2G-Regel und die Sperrstunde in der Gastronomie.

Zum Wochenbeginn soll in Österreich der Lockdown für Ungeimpfte enden - doch das sind nicht die einzigen Lockerungen, die die Regierung in Aussicht stellt. Vor allem für den Handel und die Gastronomie kündigte Bundeskanzler Karl Nehammer Erleichterungen an.

Derzeit gilt beim Restaurantbesuch in Österreich die 2G-Regelung. Er ist damit also nur für Geimpfte und Genesene möglich. Und das auch nur bis 22 Uhr, danach gilt eine Sperrstunde. Ab kommenden Freitag soll die Gastronomie aber wieder bis Mitternacht öffnen können.

Auch 2G soll fallen - darauf müssen Gastronomen allerdings etwas länger warten: Ab dem 19. Februar können sie dann zur 3G-Regelung zurückkehren, was auch ungeimpfte Gäste erlaubt - vorausgesetzt, sie können einen aktuellen, negativen Corona-Test vorweisen.

2G im Handel fällt schon eher weg

Ebenfalls ab dem 19. Februar wird nach den Plänen der Regierung die 2G-Beschränkung im Tourismus auf 3G zurückgestuft. Im Handel soll die 2G-Regelung etwas eher gekippt werden - und zwar schon ab dem 12. Februar. In den Geschäften muss aber weiterhin eine FFP2-Maske getragen werden.

Auch im schulischen Bereich soll es neue Regeln geben, die aber erst kommende Woche verkündet werden, wie der ORF berichtet.

Derzeit niedrige Belastung für Kliniken

Nehammer begründete die angekündigten Lockerungen mit der derzeit niedrigen Belastungen in den Krankenhäusern. Die Zahlen der Corona-Patienten seien stabil und "auf einem wirklich berechenbaren guten Niveau". Auch der österreichische Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein schloss sich dieser Argumentation an: Speziell bei den Intensivstationen drohe keine Überlastung mehr.

Mit der geringen Belastungen für Kliniken hatte Nehammer auch das Ende des Lockdowns für Ungeimpfte begründet. Der war für Menschen am 15. November in Kraft getreten. Vom 22. November bis zum 12. Dezember hatte zudem ein Lockdown mit strengen Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte gegolten.

Endlich nicht mehr "Polizei spielen müssen"

Der Handelsverband zeigte sich erleichtert, vor allem auch darüber, dass mit den Lockerungen auch Kontrollen an Kassen und Eingängen wegfallen sollen. "Wir freuen uns, dass wir ab dem 12. Februar nicht mehr Polizei spielen müssen und damit allen Menschen wieder Zuversicht geben können", sagte Handelssprecher Rainer Will.

Auch Tourismusministerin Elisabeth Köstinger begrüßte die Entscheidung, die Sperrstunde auf eine spätere Uhrzeit zu verlegen. Die Regelung ab 22 Uhr sei für Betriebe und Gäste eine große Herausforderung gewesen. Nun hofft Köstinger, dass auch bald eine Perspektive für die Nachtgastronomie und für große Veranstaltungen geschaffen werden kann.

Sieben-Tage-Inzidenz bei mehr als 2300

Der Höhepunkt der derzeitigen Corona-Welle ist aus Sicht der Vorsitzenden der Gesamtstaatlichen Krisenkoordination (GECKO), Katharina Reich, aber noch nicht erreicht. Der Zenit werde voraussichtlich in der ersten Februarwoche erreicht werden. In Österreich werden momentan täglich Zehntausende Neuinfektionen verzeichnet, den aktuellsten Werten der Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) zufolge waren es am Donnerstag mehr als 35.800 neue Fälle binnen 24 Stunden. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zu diesem Zeitpunkt bei 2381,2.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 29. Januar 2022 um 13:35 Uhr in den Nachrichten.