Ein Polizist läuft auf Demonstranten in Den Haag zu. | EPA

Niederlande Polizei löst Corona-Demo in Den Haag auf

Stand: 14.03.2021 18:06 Uhr

Einen Tag vor der Parlamentswahl in den Niederlanden ist eine Demonstration gegen den Corona-Lockdown eskaliert. Weil sich die Teilnehmer weigerten, die Veranstaltung zu beenden, setzte die Polizei Wasserwerfer und Schlagstöcke ein.

Kurz vor der Parlamentswahl in den Niederlanden hat die Polizei in Den Haag eine Demonstration gegen den Corona-Lockdown mit rund 2000 Teilnehmern aufgelöst. Die Polizei ging mit Wasserwerfern und Schlagstöcken gegen Demonstranten vor, nachdem diese Abstandsregeln und Aufrufe zur Auflösung der Kundgebung missachtet hatten. Medienberichten zufolge kam es zu mehreren Festnahmen. Berichte über Verletzte lagen zunächst nicht vor.

Die Demonstranten hatten gegen die Corona-Politik der niederländischen Regierung protestiert. Einige trugen ein Banner, auf dem stand: "Liebe & Freiheit: Keine Diktatur". Andere hielten gelbe Regenschirme in die Höhe. Die Polizei teilte auf Twitter mit, es sei ein Mann festgenommen worden, der einen Polizisten mit einem Stock angegriffen habe. Züge nach Den Haag wurden gestoppt, um die Teilnehmerzahl zu begrenzen.

Nächtliche Ausgangssperre seit Januar

Wegen des Lockdowns sind seit Mitte Oktober Geschäfte, Bars, Restaurants und Museen geschlossen. Seit Ende Januar gilt zusätzlich eine nächtliche Ausgangssperre. Nachdem diese verhängt worden war, kam es tagelang zu Ausschreitungen.

Trotz der Gegenmaßnahmen ist die Zahl der Coronavirus-Infektionen in den Niederlanden sehr hoch. Mehr als 16.000 Menschen sind bislang an oder mit dem Virus gestorben.

Wahllokale drei Tage lang geöffnet

Die Parlamentswahl beginnt am Montag. Die Wahllokale sind dann drei Tage lang geöffnet, damit die Abstandsregeln bei der Stimmabgabe eingehalten werden können. Weil es als wahrscheinlich gilt, dass viele Parteien ins Parlament einziehen, könnte die Koalitionsbildung schwierig werden. Umfragen zufolge wird die Volkspartei für Freiheit und Demokratie von Ministerpräsident Mark Rutte die meisten Sitze bekommen.

Der Christdemokrat Wopke Hoekstra sagte in einer Talkshow im Sender NPO1, dass er gerne in der scheidenden Vier-Parteien-Koalition unter Führung von Rutte weiterregieren würde. Rutte erklärte, die Christdemokraten seien der natürlichste Partner für seine Partei.